Seite Nr. 1032
Seerosen

Berliner Technologie in Klärwerken

Die Berliner Wasserbetriebe haben die Reinigungsleistungen ihrer Klärwerke kontinuierlich gesteigert und nehmen heute weltweit eine Spitzenposition beim Einsatz von geeigneten Technologien ein - die alle in Berlin entwickelt werden.

Gegenüber 1990 werden heute aus den Berliner Kläranlagen 81 Prozent weniger Phosphor und 98 Prozent weniger Ammoniumstickstoff in Spree und Havel eingetragen. Phosphor als Nährstoff ist hauptverantwortlich für das Algenwachstum. Besonders giftig für Fische ist Ammoniumstickstoff, dieser zehrt den Sauerstoff aus dem Gewässer. Beide Stoffe sind direkte Einflussgrößen für die Gewässerqualität.

Diese Verringerung dieser Werte verdeutlicht den großen Qualitätssprung, den wir, die Berliner Wasserbetriebe, sowohl durch die gesteigerte Reinigungsleistung ihrer Kläranlagen, als auch durch eine veränderte Verteilung der Abwasserströme erreichen konnten. Mehr als vier Mrd. Euro wurden seit 1990 in die hauptstädtische Infrastruktur zur Ableitung und Klärung des Abwassers investiert.

Der Schutz der Wasserressourcen hat für Berlin einen beträchtlichen Stellenwert. Die ausgedehnten Wasserflächen sind intensiv genutzte Erholungsgebiete für die Berliner und Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Aus den Versickerungen der Flüsse und Seen speist sich das Grundwasser, aus dem Berlin sein gesamtes Trinkwasser gewinnt. Und: Berlin ist eine - in Bezug auf Wasser - austauscharme Region. Spree und Havel sind praktisch weniger Flüsse als lang gestreckte Seenketten. Zwei Drittel ihres Wassers hat bereits einmal menschlichen Gebrauch hinter sich.

Deshalb sind auch die Vorgaben der Berliner Behörden für die Reinigungsleistung der Kläranlagen deutlich strenger als die gesetzlichen Vorschriften des Bundes. Wir unterschreiten heute mit allen sechs Klärwerken die vom Bund vorgegebenen Werte um durchschnittlich 61 Prozent, die darüber hinaus gehenden Werte Berlins um 23 Prozent. Die Technologie dafür, die Kombination der biologischen Phosphorelimination mit Nitrifikation und Denitrifikation, wurde in Berlin entwickelt.

In den 90er Jahren ging die Menge des zu reinigenden Abwassers um 28 Prozent zurück und bleibt seit 1998 nahezu gleich. Deshalb wurden die Rieselfelder sowie die Klärwerke Adlershof, Marienfelde und Falkenberg stillgelegt. Durch die Umverteilung von Abwasserströmen, z.B. Überleitung von Spandauer Abwasser in das Klärwerk Wansdorf sowie Aufteilung der Abwassermengen des 2003 stillgelegten Werkes Falkenberg auf die Anlagen Schönerlinde und Waßmannsdorf treten positive Wirkungen in Spree und Havel in Berlin ein. Zum Schutz des Badegewässers Unterhavel (Wannsee) wird der Ablauf des Klärwerkes Ruhleben im Sommerhalbjahr in den Teltowkanal - er fungiert de facto als "Umgehungsstraße" für die innerstädtische Spree - gefördert.

Diese Seite finden Sie im Internet unter der URL:
http://www.bwb.de/content/language1/html/1032.php
© 2009, Berliner Wasserbetriebe.