Pressemitteilung vom 27.11.2014

Pankow: Neue Tiefgarage für Wolkenbruchfluten

Tief unter der Greifswalder Straße staut eine Kanalkaskade Abwasser

Unter der Kreuzung Greifswalder/Storkower/Grellstraße in Pankow bauen die Berliner Wasserbetriebe derzeit eine so genannte Überlaufschwelle in der Kanalisation zur Staumauer um, hinter der dann bei starkem Regen Abwasser vor dem Überlaufen in die Spree zurückgehalten werden kann. Das Vorhaben, bei dem der Überlauf um 92 Zentimeter angehoben wird, ist Teil einer Kette ähnlicher Maßnahmen im Einzugsgebiet des Abwasserpumpwerks an der Erich-Weinert-Straße, dem Radialsystem Berlin XI.

Wenn die Arbeiten 2016 abgeschlossen sind, dann können in den Kanälen, die zu diesem Pumpwerk führen, bei Wolkenbrüchen insgesamt 11.550 Kubikmeter Abwasser „zwischengeparkt“ werden. Das entspricht gut viereinhalb olympischen Schwimmbecken. Um diese Wassermassen speichern zu können, werden im Untergrund fünf solcher kaskadenartig angeordneter Schwellen zu Staumauern umgebaut. Weiterer Stauraum wurde bereits durch ein Drosselbauwerk und ein fernsteuerbares Stauwehr, das 2013 unter der Storkower Straße in Betrieb ging, geschaffen.

Klärwerke können bei starkem Regen etwa doppelt so viel Wasser reinigen als sie bei Trockenwetter verarbeiten. Denn die Mikroorganismen, die dort das Wasser reinigen, brauchen Zeit für ihr großes Fressen. Kommt zu schnell zu viel Wasser, dann fehlt diese Zeit. Deshalb laufen bei Wolkenbrüchen Teile des Abwassers in den nächsten Fluss – hier über einen viereinhalb Kilometer langen Kanal in die Spree – und lassen dort Algen wachsen und Fische sterben.

Damit das seltener passiert, haben das Land Berlin und die Berliner Wasserbetriebe vereinbart, bis 2020 rund 307.000 Kubikmeter unterirdischen Stauraum in den Innenstadtbezirken zu schaffen, in dem dieses Abwasser „geparkt“ und aus dem es nach Regenende ins Klärwerk gepumpt werden kann. Rund 230.000 Kubikmeter sind bereits fertig, was der Wassermenge in 92 olympischen Schwimmbecken entspricht.

Diese Bauwerke in Gestalt von Becken, Röhren, Wehren, Schwellen und Drosseln sind allesamt unterirdisch angeordnet und damit im Stadtbild unsichtbar. Sichtbar ist allein der im Osthafen schwimmende Speicher „Spree 2011“, der mit seinen 500 Kubikmetern knapp 0,2 Prozent zur bisher installierten Kapazität beiträgt.

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