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Berliner Wasserbetriebe
Forschung und Entwicklung
Entsorgung von Röntgenkontrastmitteln
Entsorgung von Röntgenkontrastmitteln
Jodorganische Röntgenkontrastmittel werden von Patienten in voller Menge und chemisch unverändert über den Urin ausgeschieden, dies führt zu einer Jodkontamination des Abwassers. Bei diesem Projekt wurde erforscht, mit welchem System Krankenhaus-Abwässer separat zu erfassen sind.
Entsprechend dem Vorsorgeprinzip als wichtigem Grundsatz der Umweltpolitik, dem Minimierungsgebot der Trinkwasserversorgung in Deutschland und aus Gründen der Umwelthygiene wurde mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt das Ziel verfolgt, die Röntgenkontrastmittel durch das dezentrale Erfassungskonzept mit mobilen Urinbehältern bereits am Ausgangspunkt im Krankenhaus aufzufangen, so dass ein Eintrag in den Wasserkreislauf ausgeschlossen wird. Um den mit Röntgenkontrastmittel belasteten Urin in Krankenhäusern separat zu sammeln und zu entsorgen, wurden daher im Forschungsprojekt der Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH mit den Berliner Wasserbetrieben drei Erfassungskonzepte entwickelt. Die Machbarkeitsstudie zeigte, dass eine getrennte Erfassung in Krankenhäusern durch dezentrale Sammlung des Urins mit mobilen Behältern am besten zu verwirklichen wäre und daher grundsätzlich durchführbar ist.
So wurde das dezentrale Erfassungskonzept mit mobilen Urinbehältern in zwei Berliner Krankenhäusern auf jeweils einer Schwerpunktstation in einer zwanzig-
wöchigen Testphase praktisch erprobt. In beiden Stationen der Krankenhäuser nahmen an der freiwilligen Sammlung jeweils rund 60 Prozent der betroffenen Patienten teil. Die Akzeptanz der getrennten Urinsammlung war bei den Beteiligten sehr hoch. Von dem gesammelten Urin wurde im wöchentlichen Rhythmus die Summe der Jod enthaltenden Verbindungen bestimmt. Die Gesamtkosten für eine Urinsammlung in Krankenhäusern, die sich aus den Personal-, Material- und Restabfallentsorgungskosten zusammensetzen, können mit ca. 10 D/Patient, 7 D/l Urin und rund 380 D/kg Jod abgeschätzt werden. Mit ca. 80 Prozent sind dabei die Personalkosten dominant.
Mit dem Projekt konnte gezeigt werden, dass die getrennte Sammlung von Patientenurin mit einem einfachen und dezentralen Erfassungskonzept mit mobilen Urinbehältern in Krankenhäusern hygienisch sicher durchführbar ist. Eine Übertragung dieses Erfassungskonzeptes auf Arzneimittelreststoffe, die mit dem Urin ausgeschieden werden, ist möglich.

