Pressemitteilung vom 02.03.2013

Auch Große Mausohren hängen sich hier gern zur Ruhe

In Berlins Wasserwerken überwintern so viele Fledermäuse wie nie

In Berlin haben seit Beginn der Zählungen vor 20 Jahren noch nie so viele Fledermäuse wie in diesem Jahr überwintert. Dazu haben insbesondere die Winterquartiere in den nicht mehr genutzten Sandfilteranlagen der Wasserwerke Tegel und Friedrichshagen beigetragen. Haben in Friedrichshagen im Winter 1999/2000 noch knapp 200 Tiere überwintert, so waren es jetzt mehr als 1.050. Im Wasserwerk Tegel ist der Bestandszuwachs noch rasanter. Hingen dort 1995 weniger als zehn Tiere kopfüber im Winterschlaf, so wuchs deren Zahl in diesem Winter auf rund 1.230.

Die Wasserwerke sind als Fledermaus-Winterquartiere auch bundesweit so bedeutend, dass sie der EU-Kommission als Schutzgebiete von europäischer Bedeutung gemeldet wurden und damit Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA2000 wurden. Ein öffentlichrechtlicher Vertrag zwischen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und den Berliner Wasserbetrieben sichert die Erhaltung der wasserwirtschaftlich nicht mehr benötigten Bauwerke als Fledermausquartiere und Schutzobjekte von europäischem Rang.

Die wachsenden Überwintererzahlen sind auch ein Erfolg des von der Obersten Naturschutzbehörde entwickelten und umgesetzten Artenhilfsprogramms für Fledermäuse. Damit werden Maßnahmen gesteuert, die die Quartiere besser an die Anforderungen dieser Tiere anpassen: Gleichmäßig kühle aber frostfreie Temperatur und hohe Luftfeuchtigkeit sind erforderlich. Zusätzlich geschaffene Verstecke bieten mehr „Wohnraum“ und sichern eine störungsfreie Winterruhe bei der Katzen und andere Fressfeinde ausgesperrt bleiben.

In Kooperation mit den Berliner Wasserbetrieben hat die Oberste Naturschutzbehörde viel für die Tiere getan. So wurde das unterirdische Mauerwerk vor Baumwurzeln geschützt und die klimatische Situation in den Räumen stabilisiert. Dazu wurden Licht- oder Lüftungsschächte geschlossen oder geöffnet und mit Mauerlücken und an der Wand montierten Dachziegeln oder Hohlblocksteinen zusätzliche Verstecke für die Tiere geschaffen.

In beiden Wasserwerks-Quartieren dominiert – natürlich – die Wasser-, dicht gefolgt von der Fransenfledermaus. Besonders erfreulich sind die wachsenden Populationen des Großen Mausohrs. Braune Langohren halten hier ebenfalls in konstanter Zahl ihre Winterruhe. Ein noch größerer Fledermaus-Überwinterungsplatz in Berlin ist nur noch in der Zitadelle Spandau

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