Seite Nr. 2010

Berliner Wasserbetriebe bauen Wasserwerk in chinesischer Millionenstadt Xian

Pressemitteilung vom 25.04.1998
Bundeswirtschaftsminister legt Grundstein und würdigt Umwelt-Joint-Venture

In der chinesischen Millionenstadt Xian wird am 25. April 1998 der Grundstein für ein neues Wasserwerk gelegt. Bauherr ist ein chinesisch-deutsches Joint-Venture, die Wasserwerk Xian Süd GmbH. Die Berliner Wasserbetriebe halten an der Gesellschaft 35 Prozent. Die anderen Anteile teilen sich die Wasserbetriebe Xian sowie das Hongkonger Unternehmen Grown Smark Ltd., das sich im Besitz der Stadt Xian befindet. Das Projekt ist das erste chinesisch-deutsche Gemeinschaftsunternehmen im Bereich der Wasserversorgung.

Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt, der an der Grundsteinlegung teilnimmt, würdigte laut seinem vorab verbreiteten Redetext die Entscheidung der Berliner Wasserbetriebe, sich an einem Unternehmen in Zentralchina zu beteiligen als "beispielgebende Pionierleistung". Hintergrund ist die Tatsache, daß es in China zwar mehr als 1000 Niederlassungen deutscher Firmen gibt, von denen sich aber nur äußerst wenige im Zentrum des Landes angesiedelt haben. Zudem verwies Rexrodt darauf, daß Wasser für China eine besonders kostbare Ressource ist, für deren Bewirtschaftung sich die beste Technik empfehle. So lebt in China ein Fünftel der Menschheit, das Land verfügt aber nur über 8 Prozent der globalen Süßwasservorräte.

Das Werk: Es ist für eine Kapazität von 500 000 m³ am Tag ausgelegt und entspricht damit etwa 85 Prozent des durchschnittlichen Tagesverbrauchs der Stadt Berlin. Es soll zur Bewältigung der außerordentlichen Wasserknappheit in der Region Xian beitragen, wo die Wasserressourcen mit 400 m³ pro Einwohner und Jahr um fünf Sechstel unter dem chinesischen Durchschnittswert liegen.

Die Investition: Insgesamt werden rund 55 Mio DM investiert, der Anteil der Berliner Wasserbetriebe daran entspricht ihrem Anteil an der Gesellschaft. Finanzierung und Refinanzierung wurden von der Dresdner Bank geprüft. Darüber hinaus sollen eventuelle Risiken durch Bundesbürgschaften abgedeckt werden. Der Vertrag über Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb läuft über 20 Jahre, danach geht das Werk vollständig in die Verantwortung und den Besitz von Xian über.

Die Stadt: Die Industriemetropole Xian hat mit ihren Vororten etwa 6 Mio Einwohner, ist Hauptstadt der Provinz Shaanxi und liegt eine Flugstunde südwestlich von Peking entfernt. Xian ist hierzulande vor allem durch seine Hauptattraktion, die mehr als 2200 Jahre alte Armee aus 8000 lebensgroßen Terracotta-Soldaten bekannt, die das Grab des Kaisers Shi Huangdi bewachen. Elf Kaiser-Dynastien hatten ihren Sitz in Xian.

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