Neues Preisgefüge für den Bau von Hausanschlüssen für Abwasserkanäle Deutliche Kostensenkung für lange Strecken
Mit der Verkündung im Amtsblatt von Berlin am 18. September 1998 setzen die Berliner Wasserbetriebe ein neues Preisgefüge für die Herstellung von Hausanschlüssen für Abwasserkanäle rückwirkend zum 1. September 1998 in Kraft. Die neue Regelung beinhaltet im Wesentlichen eine erhebliche Minderung der Preisunterschiede für unterschiedliche Hausanschlußlängen und ordnet die Kosten verursachergerechter zu. Für die Berliner Wasserbetriebe ist das neue System kostenneutral.
Was sich ändert
Kernpunkt der Neuregelung ist ein Pauschalsystem aus gestaffelten Grund- und Meterpreisen. In die Grundpreise fließen nur die Fixkosten ein. Die Preise je angefangenen laufenden Meter enthalten nur noch die längenabhängigen variablen Kosten. Damit wird eine Analogie zum Pauschalpreissystem für die Herstellung von Hausanschlußleitungen für Trinkwasser geschaffen.
Bisher wurde für jeden Anschluß an die Schmutzwasserkanalisation ein pauschales Anschlußentgelt von 1350 DM verlangt. Dies bleibt unverändert. Zusätzlich wurde der angefangene laufende Meter mit 1000 DM (bei sofortigem Anschluß beim Bau des öffentlichen Kanals in Neuerschließungsgebieten) bzw. 1120 DM (bei nachträglichem Anschluß an eine bestehende Kanalisation) berechnet. Diese Meterpreise wurden so verändert, daß die tatsächlichen Baukosten verursachergerechter den einzelnen Kunden zugeordnet werden können. Die Fixkosten - dazu gehören z. B. Kosten für Dichtheitsprüfung, Baustelleineinrichtung, Straßenbau u.a. - werden nun in einem Grundpreis pauschal berechnet. Alle übrigen Kosten finden sich im pauschalierten Meterpreis wieder. Diese Kosten werden jährlich auf der Basis der ausgeführten Bauvorhaben überprüft, neu kalkuliert und ggf. den veränderten Daten angepaßt.
Die Grundpreise variieren je nach Rohrquerschnitt zwischen 3700 und 5900 DM bei sofortigem Anschluß und zwischen 5300 und 8400 DM bei nachträglichem Anschluß. Der Pauschalpreis je angefangenem Meter beträgt künftig 480 DM (bei sofortigem und beim Anschluß an sogenannte Vorstreckungen) sowie 650 DM bei nachträglichem Anschluß. Diese Preise sind von der Umsatzsteuer befreit und damit Endpreise.
Ab 8 Meter wird`s billiger, darunter teurer
Die Neuregelung mindert die bisherigen Preisunterschiede zwischen der Herstellung langer und kurzer Hausanschlüsse. Das bedeutet, der Bau langer Strecken wird für den Kunden preiswerter, die Herstellung kurzer Anschlüsse im Gegenzug teurer. Die Grenze liegt für Hausanschlußkanäle mit 15 Zentimetern Durchmesser - das ist die verbreitetste Dimension - bei 8 Metern, wenn dieser Anschluß zeitgleich zum Bau des öffentlichen Straßenkanals erfolgt. Beispiele: Ein 3 Meter langer Anschluß wird künftig 2140 DM mehr als bisher kosten, bei 6 Metern Länge werden 580 DM mehr fällig. Ein 9 Meter langer Anschluß verbilligt sich um 980 DM, ein 20 Meter langer Anschlußkanal um 6700 DM.
Die Berliner Wasserbetriebe sind sich bewußt, daß eine wie auch immer geartete Neuregelung dieser Preise nicht auf ungeteilte Zustimmung treffen wird. Das liegt in der Natur der Sache. Denn kein Grundstück und kein Haus gleicht einem anderen in seiner Lage. Aufgrund dieser schwierigen Situation wurde die Neuregelung vor der Beschlußfassung bei den im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien sowie bei Haus- und Grundbesitzerverbänden zur Diskussion gestellt.
Übergangs- und Kulanzregelungen
Alle bis zum 1. September 1998 fertiggestellten Anschlußkanäle werden zu den bisherigen Preisen abgerechnet.
Für alle derzeit laufenden Vorgänge (Antragstellung vor dem 1. September 1998, aber noch nicht fertiggestellt), die bis zum 31. Dezember 1998 vom Kunden baureif gemacht werden, gilt automatisch der für den Kunden günstigste Preis.
Für alle ab dem 18. September (Datum der Veröffentlichung im Amtsblatt) gestellten Anträge gilt das neue Pauschalpreissystem.
Die Abteilung Hausanschlüsse der Berliner Wasserbetriebe ist in der Köpenicker Straße 126 in Berlin-Mitte und unter Tel. 030 - 8644 5595 zu erreichen. Das dortige Kundenzentrum ist montags und donnerstags von 9 bis 14 Uhr, mittwochs von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.
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