Berliner Trinkwasser hat höchste Güte
Kein wissenschaftlicher Beleg für Wirkung von Pharmaka-Resten
Basierend auf einem Artikel in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift »Die Woche« über Medikamenten-Rückstände im Berliner Grundwasser ist es zu Irritationen über die Qualität des Berliner Trinkwassers gekommen.
Die Berliner Wasserbetriebe möchten dazu drei Dinge klarstellen:
1. Die deutsche Trinkwasserverordnung ist eines der strengsten diesbezüglichen Gesetze der Welt. Sie enthält Grenzwerte für ca. 110 verschiedene chemische und biologische Parameter. Alle diese Stoffe sind im Berliner Trinkwasser nicht oder nur in Konzentrationen enthalten, die weit unter den Grenzwerten bzw. oft sogar unter der Nachweisgrenze liegen. Das bedeutet, daß das Berliner Trinkwasser das am strengsten überwachte Lebensmittel und ausdrücklich zur Bereitung von Babynahrung zugelassen ist. Ein besseres Qualitätsurteil ist in Deutschland nicht möglich.
2. Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft, die einen hohen Verbrauch von chemischen und Arzneimitteln mit sich bringt. Diese Mittel gelangen nach ihrer Verwendung bzw. durch den Stoffwechsel in die Kläranlagen. Diese Anlagen der Berliner Wasserbetriebe erfüllen bzw. unterbieten durchweg die Ablauf-Grenzwerte, mit einigen Klärwerken sogar schon die erst ab 1999 geltenden verschärften EU-Werte. Nach gegenwärtigem Stand der Technik können jedoch nicht alle Stoffe restlos aus dem Abwasser entfernt werden, also auch nicht durch zusätzliche Milliarden-Investitionen. Somit können Reste dieser Chemikalien über die Versickerung von Oberflächen- ins Grundwasser gelangen.
3. Es gibt gegenwärtig keine wissenschaftlich belegte Antwort darauf,
- ob,
- wie,
- in welchen Konzentrationen
- und über welchen Zeitraum hinweg
diese Stoffe auf den menschlichen Körper wirken können, wenn sie im Trinkwasser enthalten sind. Deshalb existieren auch keine Grenzwerte für diese Stoffe. Entsprechende Grundlagenforschungen werden von den Berliner Wasserbetrieben seit Jahren durch Bereitstellung modernster Labor- und Analysetechnik unterstützt.
Dennoch: Das Berliner Trinkwasser kann unbedenklich und in jeder Menge genossen werden. Die Berliner Wasserbetriebe appellieren jedoch an die Verbraucher, ihren Teil zum Schutz des Grundwassers und damit für die Reinhaltung des Trinkwassers zu tun:
- Werfen sie keine Chemikalien und Arzneimittel in die Toilette bzw. in den Abfluß!
- Überprüfen Sie kritisch, ob wirklich jede Arznei bzw. jedes chemische Mittel gebraucht wird!
- Wenn ja, kann dann die Dosis gesenkt werden?
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18.11.1998
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