Pressemitteilung vom 06.12.2005

Algen auf Diät: 146 Tonnen Stickstoff weniger

Siebente biologische Beckenlinie im Klärwerk Schönerlinde übergeben

Im Klärwerk Schönerlinde wird heute eine neue, siebente Beckenlinie für die biologische Abwasserreinigung in Betrieb genommen. Mit der rund 20 Mio. € umfassenden Investition können künftig stabil niedrigere Reststoff-Frachten im Ablauf des Klärwerks gesichert werden. "Damit ersparen wir den Havelgewässern künftig jährlich weitere 146 Tonnen Stickstoff", erklärt Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe. "Zugleich leisten wir so einen weiteren Beitrag zur Erreichung der von der EU ab 2015 geforderten Gewässergüteklasse II im gesamten Spree-Havel-Flusssystem."

Im Klärwerk Schönerlinde wird das Abwasser von einer Dreiviertelmillion Menschen gesäubert - rund 37 Millionen Kubikmeter im Jahr. Neun Zehntel davon stammen aus dem Nordosten Berlins von Prenzlauer Berg bis Marzahn und Pankow, ein Zehntel aus dem Berliner Umland, u.a. aus Bernau. Die neue Linie 7 erhöht die biologische Reinigungsleistung um 20.000 m³ pro Tag. Dadurch kann das Abwasser länger in dieser Reinigungsstufe verweilen und vor allem Stickstoffverbindungen werden deutlich stärker reduziert.

Das gereinigte Abwasser - so genanntes Klarwasser - gibt das Klärwerk Schönerlinde über den  Nordgraben in den Tegeler See ab. Zuvor passiert es noch die Oberflächenwasseraufbereitungsanlage (OWA) Tegel, wo die im Klärwerk noch nicht völlig abgebauten Phosphate dem Wasser weitestgehend entzogen werden. Das Klärwerk Schönerlinde hat in Funktionseinheit mit der OWA Tegel eine große Bedeutung für die Wasserqualität in der gesamten Havelkette. Denn in der OWA Tegel wird neben dem Schönerlinder Klarwasser auch Havelwasser gereinigt, das bei Tegelort entnommen und über eine Leitung auf dem Boden des Tegeler Sees in die OWA gesaugt wird. Somit wird der Tegeler See - eine Havelbucht - von sauberem Wasser durchströmt. In den vergangenen 20 Jahren ist es so gelungen, die Sichttiefe in dem früher stark algentrüben See auf rund drei Meter zu verzehnfachen. Der Tegeler See kann als sauberstes Berliner Gewässer beispielhaft für den nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie bis zum Jahr 2015 zu erreichenden "guten Zustand" der Gewässer angesehen werden.
Insgesamt rund 17.000 Tonnen diverse Feststoffe werden jährlich im Klärwerk Schönerlinde aus dem Wasser entfernt. Klärschlamm, Sand, Fett und  mineralisches Granulat werden weitestgehend wiederverwertet - u.a. zur Gewinnung von Wärmeenergie aus dem Schlamm oder für den Straßenbau (Sand).

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