Wie bewirtschaften die Berliner Wasserbetriebe Niederschlagswasser?

Die Folgen von Starkregenereignissen sind im innerstädtischen Bereich mit Mischsystem besonders gravierend, da dort im Falle eines Überlaufens der Kanalisation das durch Niederschlagswasser stark verdünnte Schmutzwasser in die Gewässer gelangt. Daher bauen wir in der Nähe von Pumpwerken Stauräume wie z. B. Regenüberlaufbecken oder Stauraumkanäle. Dort kann das Abwasser zwischengespeichert, mechanisch gereinigt und zeitverzögert zum Klärwerk geleitet werden. Auch die Schaffung von zusätzlichen Speicherkapazitäten in Klärwerken und eine intelligente Bewirtschaftung des in der Kanalisation vorhandenen Stauraums durch Drosseln, Wehre und höhere Schwellen reduzieren die Überläufe in die Gewässer.

Zudem trägt vor allem das von stark befahrenen Straßen oder Gewerbeflächen abfließende Niederschlagswasser Schad- und Nährstoffe in die Gewässer. Daher bauen wir im Trennsystem sogenannte Regenklärbecken, Schrägkläreranlagen und Retentionsbodenfilter zur Reinigung des Niederschlagswassers vor der Einleitung in die Gewässer. Zur dezentralen Reinigung des Niederschlagswassers direkt am Straßenablauf nutzen wir Filtersysteme.

Infografik Regenklärbecken Schema Regenklärbecken
Infografik Retentionsbodenfilter Schema Retentionsbodenfilter

Neben zentralen Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung auf Kanaleinzugsgebietsebene bewirtschaften wir das Niederschlagswasser von öffentlichen Straßen und Plätzen nach Möglichkeit dezentral, d. h. direkt am Ort des Anfalls, sodass es erst gar nicht in die Kanalisation gelangt. Hierfür bauen wir z. B. parallel zur Straße verlaufende begrünte Mulden oder Mulden-Rigolen, in denen das Niederschlagswasser versickert oder verdunstet. Oder wir sammeln das Niederschlagswasser von größeren Abflussflächen und versickern es in Regenversickerungsbecken.

Schema Muldenversickerung Schema Muldenversickerung
Schema Mulden-Rigolen-Versickerung Schema Mulden-Rigolen-Versickerung
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