Unsere Mitarbeiter haben besonders feine Antennen fürs Wasser

Keine Zusätze, keine Veränderungen, keine Beimischungen: Unser Berliner Trinkwasser ist ein reines Naturprodukt von hoher Qualität, das komplett aus Grundwasser gewonnen wird. Seine Qualität ständig zu kontrollieren, ist eine wichtige Aufgabe, bei deren Bewältigung uns ungewöhnliche Helfer unterstützen: Bachflohkrebse.

Kampagnen-Motiv Bachflohkrebs

Der sauberen Natur auf der Spur.

Was wären wir ohne tierische Unterstützung und Hilfe? Pferde ziehen Kutschen, der Hund ist der beste Freund des Menschen und Kanarienvögel warnten im Bergbau unter Tage vor sauerstoffarmer Luft. Wie aber helfen Bachflohkrebse bei der Wasserkontrolle?

Ein Blick in den „Käferatlas“ gibt einen ersten Hinweis: „Das häufige Auftreten von Bachflohkrebsen in Bächen, Flüssen und Seen ist ein Indiz für sauberes Wasser.“ Kurz: Fühlt sich der Bachflohkrebs wohl, ist das Wasser sauber. Von dieser Erkenntnis bis zum Einsatz in der Qualitätskontrolle war es für den Bachflohkrebs nur ein kleiner Schritt. Zusätzlich zu einem engmaschigen Netz aus verschiedenen Geräten und vielen chemischen, physikalischen und biologischen Labortests „arbeiten“ Bachflohkrebse in einem sogenannten Toximeter. Dort haben sie nur einen Job: Sie zeigen an, wenn mit der Wasserqualität etwas nicht stimmt.

Arbeitszeitregelung für Bachflohkrebse.

Als „Mitarbeiter“ der Berliner Wasserbetriebe haben natürlich auch die Bachflohkrebse geregelte Arbeitszeiten. Nach ihrer Ein-Wochen-Schicht haben sich die Tiere – die bis zu zehn Tage lang ohne Nahrung auskommen können – einen Urlaub verdient. In einem speziellen Sammelbecken können sich die Krebse erst einmal in Ruhe satt fressen. Diese Regelung wurde von Tierschützern als völlig unbedenklich bewertet.

Einzelbüros und schöne Einsatzorte

Der Arbeitsplatz der Bachflohkrebse, das Toximeter – ist in acht kleine „Büros“ unterteilt: In je einer Kammer hält sich ein Krebs auf. Werden die Krebse unruhig und bewegen sich schneller als gewöhnlich, erfassen eingebaute Sensoren diese Bewegung. Die Bewegungsdaten werden sofort an eine Zentralstation übermittelt. Erkennt die Station, dass ein bestimmtes Level erreicht worden ist, schlägt sie Alarm.

Schon seit 2015 arbeiten die Wasserwerke Beelitzhof und das Zwischenpumpwerk Kleistpark mit den Krebs-Toximetern. Geplant ist der Einsatz der Bachflohkrebse in allen Wasserwerken und auch im Rohrnetz der Stadt, wo die Tiere als schnelle Eingreiftruppe operieren sollen.

Gemerkt – gemeldet.

Weil die Bachflohkrebse unmittelbar auf Veränderungen in ihrem nassen Umfeld reagieren, bietet dieses Frühwarnsystem einen unschätzbaren Vorteil: Fließt aus einer Leitung mal nicht die gewünschte Qualität, kann diese Leitung sofort gesperrt werden. Und das gibt erst einmal Sicherheit, bevor Laboruntersuchungen ergeben haben, ob und welches Risiko überhaupt an diesem Kontrollpunkt besteht.

Der Bachflohkrebs – ein ausgezeichneter Mitarbeiter.

Zum Mitarbeiter des Monats hat es der Bachflohkrebs noch nicht geschafft, aber 2012 wurde er vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) zum „Wirbellosen Tier des Jahres“ gekürt. Der Bachflohkrebs ist ein Süßwasserflohkrebs der gleichnamigen Familie der Bachflohkrebse. Die Tiere erreichen eine Gesamtlänge von 14 bis 23 mm, die Weibchen bleiben meist kleiner. Eine Besonderheit zeichnet den Bachflohkrebs aus: Beim Laufen schiebt er sich seitlich über den Gewässergrund oder schwimmt mit schlagenden Bewegungen des Hinterleibes auch gegen die Strömung durch das Wasser.

Wir lassen den Bachflohkrebs nicht allein.

Weil nur Sicherheit für Sauberkeit sorgt, haben wir eine ganze Reihe von Maßnahmen getroffen, um die Wasserqualität zu gewährleisten – und den Bachflohkrebs bei seiner Arbeit zu unterstützen: Ständig messen und untersuchen wir in unseren Wasserwerken und im Rohrnetz die Reinheit des Trinkwassers. Unser zertifiziertes Labor analysiert mehrmals in der Woche die Trinkwasserqualität in den Wasserwerken. Einmal jährlich werden an den 700 Brunnen und an 2.500 Qualitätsmessstellen im Einzugsgebiet der Wasserwerke umfangreiche Kontrollen durchgeführt. So sorgen Menschen, Tiere und Techniken unablässig dafür, dass wir eine Wasserqualität gewährleisten können, die uns stolz macht.

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