Die letzten Meter entscheiden über Frische und Gesundheit
Wer in warmen Ländern seinen Urlaub verbracht hat, dem sind die Vorzüge des Wassers aus der heimischen Leitung ganz sicher klar. Aber viele wissen nicht, dass während eines Urlaubs auch das Wasser im eigenen Haus bzw. der eigenen Wohnung ungenießbar werden kann. Auf dieses Problem weisen das Umweltbundesamt (UBA) in zwei Broschüren* und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in einer aktuellen Presseinformation** hin.
In den Trinkwasserrohren, die tief und damit kühl unter den Straßen liegen, garantieren bis zum Wasserzähler in den Kellern geprüfte Materialien, stetige Durchströmung und Kontrollen der Berliner Wasserbetriebe gesunde Frische. Für alle danach folgenden Leitungen sind jedoch die Gebäudeeigentümer und für die Frische letztlich auch die jeweiligen Nutzer verantwortlich. Sie müssen sichern, dass die hohe Trinkwasserqualität auch auf den letzten Metern bis zum Wasserhahn erhalten bleibt. Auf die entsprechenden Sorgfaltspflichten der Hausbesitzer hat auch das Kammergericht Berlin in einem Verfahren gegen den Betreiber eines Seniorenheims hingewiesen (Az. 11 U 44/09).
Dazu zählt, die Installationen in den Häusern und Haushalten so zu konzipieren, dass die Materialien von Rohren, Schläuchen, Flanschen und Wasserhähnen keine schädlichen Stoffe an das Wasser abgeben und dass das Wasser möglichst selten in diesen Leitungen stagniert. Denn stehendes Wasser kann sich erwärmen und so wie jedes andere Lebensmittel auch verderben. Das bedeutet, dass es durch Wärme und Stagnation sowohl aufkeimen als auch durch alternde Installationsmaterialien verunreinigt werden kann. Deshalb raten UBA und VDI auch dringend dazu, nach dem Urlaub das Wasser aus den Leitungen ausreichend ablaufen zu lassen, bis es gleichbleibend kühl ist. Dafür reichen wenige Minuten und mit diesem Wasser kann geputzt oder gegossen werden. Diesen „Zeigefingertest“ haben schon unsere Urgroßmütter beherzigt.
Für Sicherheit bürgen geschulte Fachleute und Materialien mit Prüfzeichen
Hauseigentümer sollten grundsätzlich nur Installateure beauftragen, deren Firmen im Installateurverzeichnis der Berliner Wasserbetriebe (zu finden auf http://www.bwb.de/) eingetragen sind, was für eine regelmäßige Schulung bürgt. Beim Kauf von Wasserarmaturen sollte der Rat dieser Fachleute beherzigt und auf das DVGW-Prüfzeichen geachtet werden. Denn Billig-Importe können durch Korrosion und andere Materialalterung zu bösen Überraschungen führen.
Und es empfiehlt sich, regelmäßig die Hausinstallation von einem Fachmann begutachten zu lassen. Sie erkennen z.B., ob an Stelle fester Leitungen eingesetzte Schläuche (etwa an Mischbatterien)aus dem richtigen Material sind, ob in alten Gebäuden noch Teile der Installation Blei enthalten (das ist ab 1. Dezember 2013 verboten), ob Absperrarmaturen und Rückflussverhinderer korrekt funktionieren oder ob bei Reparaturen regelwidrig Teile aus unterschiedlichen Metallen verbunden worden sind, was früher oder später Löcher in die Rohre frisst. Auch Mieter können selbst für gutes Wasser sorgen, indem sie die Perlatoren an den Wasserhähnen gelegentlich in einem Bad aus Essigessenz reinigen.
* UBA-Ratgeber: Rund um das Trinkwasser http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4083.html, Trink was- Trinkwasser aus dem Hahn; Gesundheitliche Aspekte der Trinkwasser-Installation …3058.html
** VDI-Presseinfo: Trinkwasserhygiene in der Ferienzeit http://www.vdi.de/6599.0.html
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