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Ab ins Blaue - Baden mit Cyanos

Cyanobakterien sind in unseren Seen und Flüssen natürlicher Teil der Lebensgemeinschaften. Weil sie wie Pflanzen Photosynthese betreiben können, zählten sie früher zu den höher entwickelten Algen, so auch der veraltete Name „Blaualgen.“ Sie gehören zu den Urwesen auf unserem Planeten, geschätzte zweieinhalb Milliarden Jahre alt. Ihnen verdanken wir, dass es Sauerstoff in der Atmosphäre gibt. Sie haben also die Grundvoraussetzung für Leben auf der Erde geschaffen.

Ihre Artenvielfalt und Biomasse nimmt mit dem Nährstoffgehalt im Wasser zu. Menschliche Einflüsse wie Überdüngung oder Einleitung von Abwässern haben zu einer Nährstoffanreicherung (Eutrophierung) in vielen Gewässern geführt.

Das Wasser nährstoffreicher Gewässer ist durch die mikroskopisch kleinen Bakterien getrübt. Je nach Wetterlage können Cyanobakterien auch zur Oberfläche auftreiben, wo sich „Schwimmteppiche“ oder „Aufrahmungen“ bilden, die der Wind am Ufer zu dicken Matten zusammentreiben kann. Das kann sehr schnell gehen und ist kaum vorhersagbar.

Solche Massenvorkommen von Cyanobakterien –  auch als Algenblüte bezeichnet – waren früher in Berliner und Brandenburger Gewässern häufig mit hohen Cyanotoxin-Konzentrationen verbunden.

Die Gewässer werden sauberer

Seit 1990 wurde durch die erheblichen Investitionen in die Abwasserbehandlung, reduzierten Einsatz von Düngemitteln und phosphatfreie Waschmittel der Eintrag von Nährstoffen in die Gewässer stark vermindert. Darüber hinaus wurden in ausgewählten Seen Nährstoffe entfernt oder in eine für Gewässerorganismen nicht verfügbare Form umgewandelt.

Der Erfolg zeigt sich in immer mehr Seen, deren ökologischer Zustand und damit auch die Badegewässerqualität sich verbessern.

Cyanobakterien – besser als ihr Ruf

Ihren Ruf verdanken sie ihrer Eigenschaft, Substanzen produzieren zu können, die auf die Organismen der Gewässer und den Menschen giftig (toxisch) wirken können und daher als Cyanotoxine bezeichnet werden.

Wie bei allen Naturstoffen ist die Frage der Giftigkeit eine Frage der Dosis. Nur wenn viele Cyanobakterien auftreten, können die Cyanotoxin-Konzentrationen so hoch werden, dass sie eine Gefährdung für den Menschen darstellen.

Tipps zum Baden!

  • Wenn das Wasser klar ist, tauchen Sie ein und genießen Sie es!
  • Wenn das Wasser trübe ist und Sie dennoch baden möchten, dann sollten Sie möglichst kein Wasser  schlucken und nach dem Baden duschen.
  • Wenn das Wasser so trübe ist, dass Sie Ihre Füße nicht mehr sehen, wenn Sie bis zu den Knien im Wasser stehen, dann sollten Sie auf das Baden verzichten.
  • Wenn am Ufer dicke oder gar übel riechende grün-blaue Matten angeschwemmt sind, dann sollten Sie sich davon unbedingt fernhalten. Kinder dürfen in diesen „Aufrahmungen” keinesfalls spielen!

 

Wir wünschen Ihnen ein ungetrübtes Badevergnügen

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