Windkraftanlagen

Das Berliner Abwasser zu fördern und zu behandeln braucht viel Energie – etwa so viel wie eine Stadt von 280.000 Einwohnern. Diesen Energiebedarf wollen die Berliner Wasserbetriebe zunehmend CO2-frei decken – unter anderem mit drei Windrädern, die neben dem Klärwerk Schönerlinde aufgestellt wurden.

Die Berliner Wasserbetriebe haben bereits in 2012 begonnen, die Stromversorgung ihres Klärwerks Schönerlinde über den Einsatz von Windenergie zu sichern. Im November 2012 konnten insgesamt drei Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils 2 Megawatt fertiggestellt werden.

Schritt in Richtung Energieautarkie – Windkraftanlagen in Schönerlinde

Dies bedeutet für das Großklärwerk im Nordosten Berlins einen wesentlichen Schritt in Richtung Energieautarkie, da der Anteil des eigenerzeugten Stroms damit von etwa 30 Prozent auf rund 80 Prozent steigt. Bisher wurde Energie im Klärwerk Schönerlinde primär durch die Verstromung des Klärgases im Blockheiz­kraftwerk und mit einer Mikrogasturbine selbst erzeugt.

Die drei imposanten Anlagen – der Rotordurchmesser beträgt fast 93 m – setzen somit die vielfäl­tigen Aktivitäten der Berliner Wasserbetriebe zur eigenen Energieerzeugung konsequent fort und führen dazu, dass künftig bis zu 7.000 Tonnen CO2-Emissionen jährlich vermieden werden können. Wesentlich ist dabei die Nutzung des kalorienreichen Klärschlamms zur Erzeugung von Faulgas für Blockheizkraftwerke in fünf von sechs Berliner Klärwerken.

Einsatz innovativer Verfahren

In der Kläranlage Ruhleben wird der Schlamm in einem Kraftwerk verbrannt und auf diesem Weg energetisch genutzt. Im Wasserwerk Tegel und in der Rohnetzbetriebsstelle Lichterfelde erzeugen wiederum Solaranlagen grünen Strom. Zudem erschließen die Berliner Wasserbetriebe zuneh­mend die Nutzung der im Abwasser enthaltenen Wärme, zuletzt in einem gemeinsamen Projekt mit den Berliner Bäder-Betrieben für eine Schwimmhalle in Schöneberg.

In den Bau der neuen Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von mehr als 169 Metern (Nabenhöhe: 123 Meter) investieren die Berliner Wasserbetriebe insgesamt 11,2 Millionen Euro.

Was ist Windenergie und wie entsteht sie?

Bei Windenergie handelt es sich um kinetische Energie bewegter Luftmassen aus der Atmosphäre. Als indirekte Form der Sonnenenergie ist sie den erneuerbaren Energien zuzuordnen. Um Windenergie so effektiv und effizient wie möglich zu nutzen, muss man zunächst die vertikale Unterteilung der Atmosphäre betrachten. Für die Erzeugung von Windenergie ist lediglich die untere Schicht, die Troposphäre, von Bedeutung.

Ab einer Höhe von ca. 60 m erreicht man die sog. Ekman – Schicht, in der gleichmäßige Windgeschwindigkeiten und somit kaum Turbulenzen herrschen. In dieser Höhe werden Windkraftanlagen gebaut. Sie wandeln die kinetische Energie des Windes in elektrische um.

Die Bewegungsenergie des Windes trifft hierbei auf die Rotorblätter der Windkraftanlage. Diese bringen den Rotor in eine Drehbewegung und die dadurch entstehende Rotationsenergie wird zu einem Generator geleitet, der diese schließlich in elektrische Energie umwandelt und in das Stromnetz einspeist.

Diese Seite finden Sie im Internet unter der URL:
http://www.bwb.de/content/language1/html/7550.php
© 2009, Berliner Wasserbetriebe.