Strom und Wärme aus Klärschlamm

Alternative Energiequellen sichern die Zukunft und leisten einen Beitrag für die Umwelt. Zu diesen Energiequellen gehört auch Klärschlamm. Dieser unansehnliche, übel riechende Reststoff aus der Abwasserbehandlung wird mittlerweile immer bedeutender, denn aus Klärschlamm lassen sich Biogas und Energie gewinnen.

Unsere Wasser-, Klär- und Pumpwerke sowie zahlreiche weitere Anlagen benötigen jährlich etwa so viel Energie wie die Stadt Wiesbaden mit ihren 280.000 Einwohnern. Infolge der Verknappung fossiler Energiequellen und der Verantwortung für unsere Umwelt, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, uns mit alternativen Ressourcen mehr und mehr selbst zu versorgen. Neben der Nutzung von Solaranlagen ist die Behandlung von Klärschlamm, der früher als Abfallprodukt des Klärprozesses einfach entsorgt wurde, eine hervorragende Energiequelle. Denn aus Klärschlamm lässt sich in den Faultürmen Biogas gewinnen, das als Substitut von Erdgas dient.

Wie wird Schlamm zu Strom?

Derzeit finden in den Berliner Klärwerken zwei Verfahren zur Klärschlammbehandlung Anwendung. Im Klärwerk Ruhleben, dem größten der sechs Anlagen, werden seit dem Jahr 2005 zur Stromerzeugung jährlich 54 Prozent der gesamten Menge Klärschlamm behandelt. Zunächst wird dieser maschinell getrocknet, bevor er bei 850 °C in einem der drei Wirbelschichtöfen verbrannt wird. In einem Abhitzekessel entsteht dadurch Dampf, der die Kondensationsturbinen mit ihren Generatoren antreibt. Filteranlagen und eine sogenannte Rauchgaswäsche gewährleisten, dass bei diesem Verfahren keine Schadstoffe in die Luft gelangen.

Die Klärwerke Schönerlinde, Münchehofe, Waßmannsdorf, Stahnsdorf und Wansdorf haben wiederum Faulungsanlagen, in denen die restlichen 46 Prozent des Klärschlammes bearbeitet werden. In Faultürmen sind es Mikroorganismen, die bei einer Temperatur von 37 °C den Schlamm verzehren und dabei Biogas erzeugen. Mit diesem werden dann Blockheizkraftwerke befeuert, die neben Strom auch die Abwärme liefern, mit der schließlich wieder die Faultürme beheizt werden (Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung). Anschließend wird der Klärschlamm zu Kraftwerken geleitet, wo er unter Zugabe von Heizöl verbrannt und ein weiteres Mal zur Stromerzeugung verwendet wird. Durch Faulgas können in unseren Kärwerken jährlich ca. 51 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden.

Wissen Sie schon, …

dass mehr als ein Viertel Berlins – vor allem rund um unsere Wasserwerke – Wasserschutzgebiete sind? Dies sind vor allem Grün- aber auch Wasserflächen. Sie umfassen zusammen fast 40 Prozent des Berliner Stadtgebietes und sind nicht nur grüne Lungen, sondern auch Erholungsgebiete für die Berliner und Lebensräume für Tiere und Pflanzen. … dass wir in fünf Blockheizkraftwerken und der Turbinengeneratoranlage im Klärwerk Ruhleben.aus Klärschlamm Wärme und Strom erzeugen? Dadurch wird ein Drittel der für die Abwasserreinigung benötigten Elektroenergie - das sind 53,3 GWh oder der Bedarf von ca. 21.300 Haushalten - selbst erzeugt. Und nebenbei spart die Eigenproduktion den Ausstoß von reichlich CO².

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