Virtuelles Wasser

Der bewusste Umgang mit natürlichen Ressourcen erfährt im Zusammenhang mit dem Schutz der Umwelt eine wachsende Bedeutung. Dies betrifft insbesondere den sinnvollen Umgang mit dem Wasser. Eine aktuelle Studie zeigt auf, dass der Gebrauch von so genanntem "virtuellem Wasser", der bei der Herstellung von Konsumgütern entsteht, eine Höhe von täglich etwa 5.300 Litern pro Kopf erreicht.

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Auf die Frage, wie viel Wasser er durchschnittlich am Tag benötigt, findet der Berliner zumeist recht zügig eine Antwort. Schnell sind die Mengen zum Putzen, Duschen, Kochen, Spülen, Sprengen oder Baden addiert, sodass sich ein durchschnittlich 115 Litern pro Tag ergeben. Dass der Wassergebrauch im Haushalt jedoch nur einen geringen Teil des Gesamtverbrauchs ausmacht, leuchtet wahrscheinlich nicht sofort ein. Fakt ist jedoch, dass der Löwenanteil für die Herstellung unserer Konsumgüter genutzt wird, in denen sich so genanntes „Virtuelles Wasser“, eine unsichtbare Wassermenge, verbirgt. Dieses Wasser wird für die Gewinnung von Rohstoffen und ihre Verarbeitung eingesetzt. Das geschieht oft weit entfernt von Deutschland und allzu häufig in Gebieten, in denen Wasser anders als bei uns knapp ist.

Ein gewöhnlicher Tagesablauf soll diesen Umstand deutlich machen:

Ein Berliner steht am Morgen auf und bereitet sich sein Frühstück. Dies besteht aus einem Glas Milch (200 Milliliter), einer Tasse Kaffee, einem Ei und 100 Gramm Käse. Für diese kleine Mahlzeit wurden in der Herstellung 1.040 Liter Wasser verwendet. Gestärkt macht er sich nun fertig für die Arbeit. Die Jeans, die er anzieht, besteht virtuell aus 6.000 Liter und das Auto, mit dem er zur Arbeit fährt gar aus unglaublichen 300.000 Liter Wasser.
Am Arbeitsplatz angekommen, schaltet er seinen Computer ein, dessen Mikrochip allein 32 Liter unsichtbares Nass enthält. Am Mittagstisch bestellt er sich einen halben Liter Apfelsaft, drei Tomaten und 150 Gramm Rindfleisch. Die Herstellung dieser Mahlzeit hat 2.764 Liter Wasser verschlungen. Nach getaner Arbeit freut sich der Berliner verdientermaßen auf sein Feierabendbier, das wiederum aus 75 Liter virtuellem Wasser besteht. In der Summe ergibt sich allein durch die genannten Güter eine virtuelle Wassermenge von fast 310.000 Liter. Hätten Sie das gedacht?

Laut einer Studie der Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) wird in Deutschland jährlich eine unsichtbare Wassermenge von 159,5 Milliarden Kubikmeter gebraucht. Pro Kopf ergeben sich daraus 5.300 Liter/pro Tag. Diese Zahlen sind ebenso verblüffend wie aufklärend, sollten sie uns doch dazu bewegen, unser Konsumentenverhalten in Zukunft noch bewusster zu gestalten.

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