Pressemitteilung vom 07.09.2011

Das Wasserwerk Stolpe ist hundert Jahre alt

Die Pankower Ex-Exklave im Norden lieferte auch mal bis Potsdam

Obwohl am namensgebenden Flüsschen Panke gelegen, hatte die damalige Gemeinde Pankow im Landkreis Niederbarnim zu wenig Wasser, um ihr schnelles Wachstum als Berliner Vorort sicherstellen zu können. Deshalb kauften die Pankower 1908 in 15 Kilometern Entfernung ein gut drei Kilometer langes Havel-Uferstück gegenüber von Hennigsdorf, um dort ihr neues Gemeindewasserwerk zu bauen. Am 29. Juli 1911 war Eröffnung – zeitgleich mit dem Aus für das alte Pankower Wasserwerk an der Galenusstraße. Die Leistung des Stolper Werks wurde von 1920, als 12.000 Kubikmeter die Tagesspitze markierten und Pankow mit dem Groß-Berlin-Gesetz in die Hauptstadt „eingemeindet“ wurde, durch mehrere Um- und Ausbauten verzehnfacht. In den 1980er Jahren entstand neben den damals aufgegebenen alten Anlagen ein komplett neues Wasserwerk, das damals nicht nur den Norden Ostberlins und anliegender Gemeinden, sondern sogar Teile von Potsdam versorgte. Seinerzeit wurden in Stolpe mehr als hundert Brunnen betrieben, von denen 15 mit einer Sohle zwischen 128 und 193 Metern vergleichsweise sehr tief waren und deren Instandhaltung sich aber als zu aufwändig erwies. Heute fördern 90 Vertikalbrunnen in vier Galerien Grundwasser aus durchschnittlich 20 Meter Tiefe, das im Werk belüftet und in den 1.200 Quadratmeter großen Filtern von Eisen und Mangan befreit wird. Der „Nachschub“ fürs Grundwasser versickert zu weiten Teilen auf den Havelwiesen vor dem Werk und wird während der Bodenpassage natürlich gereinigt. Auf den ausgedehnten Wiesen wird seit 1983 Havelwasser gestaut. Was zu einem rein technischen Zweck konzipiert wurde ist heute zugleich ein wichtiges Schutz- und Brutgebiet für viele auch seltene Wasservögel. Heute ist das Wasserwerk Stolpe mit einer Jahresförderung von rund 22 Millionen Kubikmetern nach den Werken Tegel, Friedrichshagen, Beelitzhof und Spandau das fünftgrößte der neun Berliner Wasserwerke und zugleich das einzige, das nicht auf dem Berliner Stadtgebiet liegt. Die Wasserwerke Stolpe, Spandau und Kladow bilden mit dem Werk Tegel eine technische Einheit und werden von dort überwacht und gesteuert. Das Stolper Werk versorgt vor allem die Berliner Nordbezirke Reinickendorf und Pankow sowie das Gebiet der Wasser Nord GmbH zwischen Borgsdorf und Schildow. Übrigens wurden in Stolpe seit 1911 insgesamt rund 1,4 Milliarden Kubikmeter Wasser gefördert. Das entspricht etwa dem doppelten Volumen der Müritz, des größten Sees, der vollständig innerhalb Deutschlands liegt. Am Samstag, dem 10. September 2011, findet von 10 bis 14 Uhr im Wasserwerk Stolpe, Schwarzer Weg 16 (an der Havel), 16761 Hennigsdorf, ein Tag der offenen Tür statt.

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