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Natur- und Artenschutz
Natur- und Artenschutz der Berliner Wasserbetriebe
Beitritt zum Countdown 2010: Unternehmensziel Nachhaltigkeit
Ökologische Gesichtspunkte spielen für die die Berliner Wasserbetriebe eine ebenso wichtige Rolle wie die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte. Das bedeutet vor allem nachhaltige Bewirtschaftung der Wasser-Ressourcen. Dieses Unternehmensziel unterstreichen die Berliner Wasserbetriebe jetzt mit ihrem Beitritt zum internationalen "Countdown 2010" zum Erhalt von Artenvielfalt und Lebensräumen (Biodiversität).
Mit dem Erhalt von Grünflächen und Feuchtgebieten, die naturbelassene Pflege unserer Areale, Schaffung von Schutz- und Rückzugsräumen für bedrohte Tierarten und vielem mehr leisten wir bewusst unseren Beitrag zu Natur- und Artenschutz.
Ehemalige Rieselfelder, wie das in Karolinenhöhe werden von den Berliner Wasserbetrieben unterhalten und gepflegt und sind mit ihren feuchten und trockenen Wiesen ein attraktives Beispiel für eine naturnahe Erhaltung von Freiflächen. Mit ihrem eigenen Mikroklima beeinflussen die Rieselfelder, die mit gereinigtem Abwasser ökologisch ausgeglichen werden, zudem positiv das Klima der Stadt.
Wasserwirtschaftliche Anlagen zur Aufbereitung, Versickerung und Gewinnung - wie im Spandauer Forst – sind eine wirksame Ausgleichsmaßnahme in den Spandauer Naturschutzgebieten mit Kuhlake, Großem Rohrpfuhl und Teufelsbruch bis hin zur nördlichen Stadtgrenze. Am Tegeler Fließ kann dadurch die Quelltätigkeit von versiegten Quellen stabilisiert, Moore und Feuchtgebiete wieder belebt werden. Mit den zahlreich angelegten Sickerteichen auf den Außenanlagen der Berliner Wasserwerke, entsteht neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Mit grünem Daumen am Werk
Feucht- und Trockenwiesen, die auf den Arealen unserer Standorte zu finden sind, werden im Oberflächenbereich naturbelassen und umweltverträglich durch ein- bis zweimaliges Mähen gepflegt. Bäume und Sträucher werden lediglich vom Totholz befreit. Notwendige und genehmigte Fällungen von Bäumen und Ersatzpflanzungen werden grundsätzlich unter fachkundiger Beratung mit den Umweltbehörden bzw. Grünflächenämtern abgestimmt und umweltverträglich durchgeführt.
Die naturnahen Außenbereiche an einigen Betriebsstandorten, überwiegend im Klärwerksbereich und auf ehemaligen Rieselfeldflächen faszinieren heute durch ihren zum Teil artenreichen Wildwuchs.
Schutz- und Rückzugsraum für bedrohte Tierarten
Seltene Tier- und Pflanzenarten brauchen ökologisch intakte Lebensräume. Dort finden sie den nötigen Schutz und Rückzugsraum, um sich ungestört zu entwickeln. Durch die strikten Nutzungsbeschränkungen in Grundwasserschutzgebieten, Wasserwerksgeländen sowie anderer Anlagen der Berliner Wasserbetriebe sind Reservate für viele seltene oder bedrohte Tierarten entstanden. Zahlreiche Vogel- und Fledermausarten nutzen diese Gebiete als Brut- und Nistplätze. In den Wasserwerken Tegel und Friedrichshagen finden ganze Kolonien der Fledermausarten Großes Mausohr und Braunes Langohr sowie die Fransen- und die Wasserfledermaus Quartier. Auch Eisvogel, Biber, Heidelerche, Fischotter, Kranich, Kammmolch, Neuntöter, Schmale Windelschnecke, Rotmilan, Moorfrosch, Schwarzspecht, Sperbergrasmücke, Trauerseeschwalbe, Wachtelkönig, Rotbauchunke, Knoblauchkröte, Zwergschnäpper u.a.
Wieder 34 Fischarten in Berliner Gewässern
Fischarten in den Berliner Gewässern profitieren von der flächendeckenden Einführung der Phosphateliminierung in sechs Berliner Klärwerken. Die Oberflächenwasseraufbereitungsanlagen Tegel und Beelitzhof tragen seit Jahrzehnten zu einer Verbesserung der Wasserqualität in der Havelseenkette bei und wirken sich nachhaltig positiv auf die Fischfauna aus. Heute sind gegenüber 1990 81 Prozent weniger Phosphor und 98 Prozent weniger Ammoniumstickstoff in Spree und Havel und dadurch wieder 34 Fischarten in Berliner Gewässern nachzuweisen. Viele davon in wachsenden und vor allem gesünderen Populationen.
Biotope für Biber & Co.
Die Ansiedlung des Bibers in Berlin wurde vor wenigen Jahren kaum für möglich gehalten, im Tegeler See sind jetzt die Spuren des Bibers allgegenwärtig. Fischotter tummeln sich nicht nur im Tegeler Fließ, sondern auch in anderen, vom integrierten Wasserkreislauf beeinflussten Berliner Gewässern, wie der Müggelspree. Um diese positive Entwicklung zu unterstützen, wurden an der Oberflächenwasseraufbereitungsanlage Tegel eine Bibertreppe und eine Fischschleuse installiert.
Ein Zuhause für Gebäudebrüter
Das Artenhilfsprogramm für Gebäudebrüter hat auf den Betriebsgeländen, wie den ehemaligen Sandfilteranlagen der Wasserwerke Tegel und Friedrichshagen einen Zuwachs an Fledermäusen ergeben. Insbesondere der Winterbestand des seltenen Großen Mausohrs hat laut Zählungen bedeutenden Zuwachs bekommen.
Auf dem Betriebsgelände des Wasserwerkes Jungfernheide bieten die angelegte Brutwand für Eisvögel und die naturnahe Gestaltung der Sickerbecken im waldreichen Naturschutzgebiet zahlreichen Tieren einen geschützten Lebensraum. Vogelarten, wie der Zwergtaucher, Sumpfrohrsänger, Mönchsgrasmücke, Habicht und Graureiher haben ihre Reviere auf dem Gelände.

