Dem Abwasser auf der Spur

Aus Trinkwasser wird Abwasser. Über Hausanschlusskanäle fließt es im freien Gefälle zum Sammelkanal in den Straßen und von dort durch immer größer werdende Kanäle zu Pumpwerken, die es zum Klärwerk befördern. Wir haben den Weg des Abwassers stets im Blick.

Berlin ist wabenartig in Entwässerungsgebiete aufgeteilt. Deren Grenzen richten sich nach Flussläufen und Kanälen. Die Abwasserkanäle führen immer zum tiefsten Punkt eines Entwässerungsgebietes. Dort liegt ein Pumpwerk, das das Abwasser zum Klärwerk fördert.

Kanalisation in Berlin

Die Kanalisation - Im Berliner Untergrund

Getrennt und gemeinsam

Die hauptstädtischen Abwasserkanäle sind circa 9.690 Kilometer lang – das entspricht einer Strecke von Berlin bis Peking. Sie bestehen aus Schmutzwasserkanälen (4.386 Kilometer), Regenwasserkanälen (3.310 Kilometer),  Mischwasserkanälen (1.925 Kilometer) und Sonderkanälen (68 Kilometer). Damit entwässern wir etwa drei Viertel der kanalisierten Gebiete Berlins nach dem Trennverfahren und ein Viertel nach dem Mischverfahren.

Mischsystem

Das Mischsystem

Im Mischsystem leiten wir Schmutz- und Regenwasser gemeinsam durch einen Kanal ab. Vorteile bietet uns dieses System besonders in der Innenstadt, wo unter den Straßen neben der U-Bahn und anderen Leitungen nur wenig Platz bleibt.

Um Kanäle und Klärwerke von zu großen Regenwassermengen zu entlasten, haben wir sowohl im Kanalnetz selbst als auch in der Nähe von Pumpwerken Stauräume beziehungsweise Regenbecken gebaut. Dort kann das Abwasser zwischengespeichert, mechanisch gereinigt und zeitverzögert zum Klärwerk geleitet werden. So schützen wir unsere Gewässer bei starkem Regen vor einem Überlaufen der Kanalisation.

Trennsystem

Das Trennsystem

Im Trennsystem leiten wir Schmutzwasser und Regenwasser in zwei voneinander getrennten Kanälen ab. Der Vorteil ist, dass die Schmutzwasserkanäle wegen des relativ konstanten Abwasseranfalls passgenau dimensioniert werden und Regenwasser direkt in das nächste Gewässer geleitet werden kann.

Regenwasserkanäle von stark befahrenen Straßen führen häufig über Regenklärbecken, wo das Wasser mechanisch gereinigt wird. In einigen Stadtgebieten gibt es auch sogenannte Retentionsbodenfilter, die mechanische, biochemische und biologische Reinigungsprozesse vereinen. In anderen Gebieten versickert Regenwasser in begrünten Mulden und Rigolen, die parallel zur Straße angelegt sind und die Schadstoffe im Boden zurückhalten.

Kanaldeckel

Kleine Kanalkunde

Der kleinste Durchmesser eines Kanals beträgt 20 Zentimeter, die größten Profile erreichen Abmessungen von 4,40 mal 3,40 Meter. 61,2 Prozent unserer Abwasserkanäle bestehen aus Steinzeug, 24,5 Prozent aus Beton und Stahlbeton, 6,4 Prozent aus Faserzement, 4,7 Prozent aus Mauerwerk, 2,8 Prozent aus Kunststoffen und 0,4 Prozent aus metallischen Werkstoffen.

Über mehr als 200.000 Einstiegschächte gelangen wir in die Berliner Unterwelt. Jeder Kanal verfügt etwa alle 30 bis 60 Meter über einen solchen Schacht mit dem kreisrunden Deckel. Diese Zugänge sind wichtig, damit wir unsere Kanäle zu jeder Zeit inspizieren, reinigen und bei Bedarf sanieren können.

Mitverantwortlich für einen reibungslosen Ablauf des Abwassers sind zudem zahlreiche Sonderbauten wie Regenüberläufe, Regenbecken und Dükeranlagen.

Weitere spannende Einblicke in die Berliner Kanalisation und deren Geschichte finden Sie in unserer Broschüre "Die Berliner Kanalisation".

Kanal

Bald auch am Kanalnetz

Welche Gebiete werden in den nächsten Jahren an unser Kanalnetz angeschlossen?

Klärwerk

Weltspitze in der Abwasserbehandlung

Warum wir heute weltweit eine Spitzenposition bei der Reinigungsleistung unserer Klärwerke einnehmen?

Kanalarbeiten

Unser Kanalservice

Was wir zur Erhaltung des Berliner Kanalnetzes unternehmen, erfahren Sie in dieser Lektüre.

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