Eine kleine Wasserkunde

Man stelle sich vor: Auf einem Tisch stehen vier Becher. In jedem von ihnen eine andere Sorte Wasser: Mineralwasser, Tafelwasser, Heilwasser und Trinkwasser aus dem Hahn.

Zugegeben – auf den ersten Blick könnten wir wahrscheinlich nur Stilles und Sprudelndes auseinander halten und auch der Geschmack verrät zwar einiges über den Mineralgehalt, nicht aber über Herkunft und Wasserart.

Tatsächlich jedoch hat jede von ihnen besondere Eigenschaften. Grund genug also, die vier Becher einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der große Wassertest am 18. Juli 2013 vor dem Alexa

Vier Sorten Wasser unter der Lupe

Trinkwasser

Trinkwasser

… unterliegt als Grundnahrungsmittel strengsten Qualitätsvorgaben und -kontrollen. In Berlin wird Trinkwasser wie Mineral-, Quell- und Heilwasser aus unterirdischen Wasservorkommen gewonnen. Denn die Hauptstadt hat das Glück, mit ausreichend hochwertigem Grundwasser versorgt zu sein. In den Wasserschutzgebieten fördern rund 650 Brunnen das Grundwasser zu Tage, das über Rohrleitungen zu den Wasserwerken geleitet wird. Dort wird durch Belüftung und Filterung der Anteil von Eisen und Mangan reduziert. Danach fließt das klare und frische Trinkwasser, frei von Zusätzen und mit einer Temperatur von rund 11 Grad Celsius, in das Versorgungsnetz. Seine Qualität wird rund um die Uhr und engmaschig kontrolliert.

Berliner Trinkwasser hat einen hohen Gehalt an Magnesium und Calcium und ist somit sehr gesund.

 

Heilwasser

Heilwasser

… hat nachweislich eine heilende, lindernde und vorbeugende Wirkung. Es stammt wie Mineral- und Quellwasser aus unterirdischen Wasservorkommen und muss direkt an seiner Quelle abgefüllt werden. In einem Liter Heilwasser müssen mindestens ein Gramm Mineralstoffe oder Spurenelemente enthalten sein. Zudem benötigt Heilwasser eine staatliche Zulassung.

Heilwasser gehört zu den ältesten Naturheilmitteln und kann, je nach Wirkungsweise, den Stoffwechsel, Kreislauf oder Organe wie Magen, Darm, Herz und Nieren anregen. Heilwasser ist also ein richtiges Arzneimittel.

Mineralwasser

Mineralwasserflasche

… ist das Grundwasser, das sich unter der Erde auf einer wasserundurchlässigen Schicht gesammelt hat. Bevor das Wasser dort ankommt, sickert es durch viele verschiedene Erd- und Gesteinsschichten. Auf diesem Weg wird das Wasser gefiltert, gereinigt und mit Mineralstoffen sowie Spurenelementen angereichert. Dabei spielt die Geschwindigkeit, mit der es versickert, eine große Rolle. Es gilt: Je langsamer das Wasser fließt, desto mehr Mineralstoffe kann es aufnehmen.

Aus den unterirdischen Wasservorkommen wird das Mineralwasser gefördert. Abgefüllt wird es direkt am Gewinnungsort – das ist vorgeschrieben. Festgelegt ist außerdem, dass die Zusammensetzung von Mineralwasser nicht verändert werden darf. Allerdings gibt es zwei kleine Ausnahmen: Eisen und Schwefel dürfen dem Mineralwasser entzogen und auch Kohlensäure kann hinzugefügt oder entzogen werden.

Tafelwasser

Glas Tafelwasser

… ist ein „künstlich“ hergestelltes Erfrischungsgetränk, d. h. es handelt sich um eine Mischung von Trink- oder Mineralwasser und weiteren Zutaten, wie Kohlenstoffdioxid, Speisesalz oder anderen Mineralsalzen. Für die Mischverhältnisse gibt es keine gesetzlichen Auflagen. Die Vorgaben der Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser sind jedoch stets einzuhalten. Tafelwasser darf nicht als natürliches Wasser bezeichnet werden, da es überall zusammengemischt und abgefüllt werden kann.

Tafelwasser, das industriell hergestellt wird, ist die Grundlage für die meisten Limonadensorten. Dem verwendeten Wasser werden fast alle ursprünglichen Inhaltsstoffe entzogen, um ihm anschließend eine bestimmte Menge Mineralstoffe zuzugeben. Somit wird sichergestellt, dass das Tafelwasser einer Firma immer gleich schmeckt.

Wassergalone und Wasserglas

Und welche Sorte ist die Beste?

Das können natürlich nur Sie selbst für sich entscheiden. In einem Punkt ist das Berliner Trinkwasser jedoch unschlagbar: Ökologisch. Während die anderen drei Sorten in Flaschen abgefüllt werden, die unterschiedlich lange im Supermarktregal stehen, bekommt man Berliner Trinkwasser immer frisch und kühl direkt aus der Leitung.

Und Wasser, das direkt aus dem Hahn kommt, macht aufwändige Verpackung und Transporte auf der Straße überflüssig. In Zahlen ausgedrückt: Der Energieaufwand für Mineralwasser ist bis zu 1.000 Mal größer als für Trinkwasser aus der Leitung. Oder anders gesagt: 100 000 Tonnen CO2 können die Berliner jährlich einsparen, wenn sie statt Wasser aus der Flasche Wasser aus der Leitung trinken.

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© 2009, Berliner Wasserbetriebe.
Seite Nr. 1138