Abwasser heizt ausgezeichnetes Mehrgenerationenhaus

Pressemitteilung vom 11.09.2015
Kooperation mit EVM erspart dem Klima CO2 und den Mietern Kosten

Ein neues generationengerechtes Mehrfamilienhaus in Berlin-Karlshorst wird durch eine Kooperation der Berliner Wasserbetriebe mit der EVM Berlin e. E. - Erbbauverein Moabit - klimafreundlich mit Wärme aus Abwasser beheizt. Dafür wird in der Dorotheastraße direkt vor dem neuen Gebäude eine ein Meter starke Abwasserdruckleitung auf 78 Metern Länge mit ringförmigen Wärmetauschern versehen. So können dem Abwasser dort pro Jahr rund 314.000 kWh Wärme entzogen werden. Das deckt nicht nur 80 % des Bedarfs des viergeschossigen Neubaus mit 78 Wohnungen, sondern heizt teilweise auch weitere 120 Wohnungen in der Nachbarschaft mit.

„Das Vorhaben ist für uns in mehrfacher Hinsicht beispielhaft“, sagt Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe. „Die Kooperation zeigt unser energiewirtschaftliches Know-how, unterstützt die Berliner Klimaziele und nützt nicht zuletzt auch den Mietern, die von dieser nachhaltigen und hocheffizienten Lösung durch geringere Betriebskosten profitieren.“

Gegenüber einer Erdgas-Heizung erspart das Vorhaben der Berliner Luft pro Jahr 35 Tonnen CO2. Das EVM-Projekt wird nach seiner Fertigstellung im Oktober eine der größten Wärme-aus-Abwasser-Anlagen in Berlin. Das Karlshorster Bauprojekt des EVM Berlin ist mit dem Genossenschaftspreis Wohnen 2015 des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen ausgezeichnet worden.

Zwei Techniken sind möglich, nahe beim Nutzer müssen beide liegen

Das Wärmepotenzial im Abwasser lässt sich mit zwei alternativen Techniken erschließen: Mit in Schmutz- und Mischwasserkanälen angebrachten oder mit ringförmig um Abwasserdruckleitungen verlegten Wärmetauschern. Dabei haben Druckleitungen die Nase vorn, weil sie - anders als Kanäle - immer rundum gefüllt sind und damit von ihrer kompletten Fläche Wärme abgeben. Das Prinzip gleicht dem der Erdwärme-Heizungen: Abwasser gibt einen Teil seiner Wärme an ein flüssiges Medium ab und Wärmepumpen erhöhen diese Temperatur dann auf ein zum Heizen nutzbares Maß. Entscheidend ist nicht die absolute Temperatur des Abwassers, sondern die Differenz zur Temperatur des Mediums.

In Berlin sind bislang acht Anlagen in Betrieb, die dem Abwasser Wärme entziehen, weitere sechs befinden sich in Bau bzw. Planung. Fachleute schätzen, dass bis zu zehn Prozent aller Gebäude so beheizt werden könnten. Voraussetzung ist dabei immer, dass Gewinnung und Nutzung dicht beieinander liegen.

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© 2009, Berliner Wasserbetriebe.
Seite Nr. 16874