Wasserförderung sank 2003 erstmals nicht

Pressemitteilung vom 21.06.2004

Umsatz und Ergebnisanstieg gegenüber dem Vorjahr

Mit 989,0 Mio. # konnten die Berliner Wasserbetriebe 2003 einen gegenüber dem Vorjahr um rund 2 % gestiegenen Umsatz verbuchen. Dies u.a. auf einen höheren Wasserverkauf zurück zu führen. Im Ergebnis weiterer Kostensenkungen konnte das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr ebenfalls um rund 2 % verbessert werden. Mit 116,4 Mio. # wurde der Gewinn gegenüber 2002 (33,9 Mio. #) deutlich gesteigert. Das Vorjahresergebnis war von negativen Ergebniseffekten aus dem Verkauf der SVZ Schwarze Pumpe GmbH geprägt gewesen. Darüber hinaus wurden 2003 einige außerordentliche Erträge erzielt. Hierzu zählen Erstattungen für Energiesteuern, Immobilienverkäufe und eine geänderte Rechtsauffassung der Finanzbehörden zur Behandlung von Zuschüssen.

Netze wuchsen um 105 Kilometer

Von den neun Wasserwerken wurden 222 Mio. m³ Wasser gefördert, rund 7 Mio. m³ mehr als 2002. Damit war erstmals seit 13 Jahren ein Anstieg gegenüber der Vorjahresmenge zu verzeichnen. Die durchschnittliche täglich geförderte Wassermenge lag bei 607.500 m³ (2002: 588.800 m³), die höchste wurde am 12. August mit 889.730 m³ erzielt. Der Haushaltsverbrauch pro Einwohner und Tag stagniert seit 2000 bei rund 120 Litern. Mit 1.134 lag die Zahl der Rohrschäden im 7.827 km langen Versorgungsnetz (2002: 7.816 km) auf dem Vorjahresniveau.

In den sieben - heute sechs - Klärwerken wurden 2003 insgesamt 230 Mio. m³ Abwasser gereinigt, knapp 5 % weniger als im Vorjahr. Die Länge der Schmutz-, Regen- und Mischwasserkanäle sowie Abwasserdruckrohre erhöhte sich von 10.229 km auf 10.323 km.

Neue Tarife nach achtjähriger Stabilität

Das seit 1996 geltende Preisniveau wurde 2003 im achten Jahr stabil gehalten und im Ergebnis der Novelle des Teilprivatisierungsgesetzes, die im wesentlichen die Einführung von Abschreibungen auf Wiederbeschaffungszeitwerten beinhaltete, zum Januar 2004 um rund 15 % angehoben. Ein m³ Wasser kostet heute 2,109 # (1,971 # + 7% USt.). Das Schmutzwasserentgelt beträgt 2,329 #/m³, das Niederschlagswasserentgelt 1,407 # je m² in die Kanalisation entwässernde Fläche und Jahr.

Ausbildungsquote bei 7,2 Prozent

Ende 2003 beschäftigten die Berliner Wasserbetriebe 5.283 (5.391) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit den 120 Jugendlichen, die 2003 ihre Lehrzeit begannen, bildet das Unternehmen insgesamt 378 junge Leute in insgesamt 18 Berufen aus. Mit einer Ausbildungsquote von 7,2% sind die Wasserbetriebe führend nicht nur in Berlin.

Erstkanalisierung wird vorangetrieben

Insgesamt wurden im Berichtsjahr 275,4 Mio. # (2002: 361,8 Mio. #) in Infrastruktur und Anlagen investiert. Davon waren 234,2 Mio. # (2002: 311,4 Mio. #) eigen finanziert. Wie auch in den Vorjahren flossen zwei Drittel dem Bereich Entwässerung zu. Für dieses Jahr sind selbst finanzierte Investitionen in Höhe von insgesamt rund 220 Mio. # geplant, überwiegend in eine Fülle wertmäßig vergleichsweise kleiner Vorhaben zur Sanierung der Rohr- und Kanalnetze.

Rund 34 Mio. # - doppelt so viel wie im Vorjahr - werden 2004 in den Bau von ca. 22 km Kanälen sowie tausenden Hausanschlüssen in Siedlungsgebieten insbesondere im Ostteil Berlins investiert. Damit erhalten rund 4.500 Berliner Anschluss an die zentrale Kanalisation. Gegenwärtig hat Berlin einen Kanalisierungsgrad von 98,7 %, rund 44.000 Berliner entsorgen ihr Abwasser noch über abflusslose Gruben. In den Folgejahren werden jährlich ca. 30 Mio. # zur weiteren Erschließung investiert. Das Resultat dieser vorrangig in Trinkwasserschutzgebiete fließenden Ausgaben ist ein besserer Schutz der Grundwasserleiter vor möglichen Verunreinigungen. Der Schwerpunkt liegt im Siedlungsgebiet Mahlsdorf-, Kaulsdorf- und Biesdorf-Süd.

In der Siedlung Margaretenhöhe im Bezirk Lichtenberg-Hohenschönhausen wird 2005 als Pilotvorhaben eine dezentrale Abwasserreinigungsanlage mit Membrantechnologie gebaut. Das hochwirksame Verfahren filtert neben chemischen Verunreinigungen auch Mikroorganismen aus dem Schmutzwasser und unterschreitet die Berliner Ablaufgrenzwerte deutlich.

Intelligente Sanierung entlastet die Umwelt

Vorangetrieben wird auch das Sanierungskonzept für die Mischwasserkanalisation in den Innenstadtbezirken. Durch Bau neuer Regenwasserentlastungsbecken sowie durch Verstärkungen und Umbauten im Mischwasserkanalnetz soll das Rückhaltevolumen der Kanäle erhöht werden, damit bei Wolkenbrüchen weniger Mischwasser in die Gewässer gelangt.

Am Biesdorfer Baggersee steht der mit 16.000 m² größte deutsche Bodenfilter für Regenwasser aus einem Einzugsgebiet von 600 ha vor seiner Fertigstellung. Mit ca. 20 Mio. # wird im Gebiet rund um das Wilmersdorfer Forckenbeckbecken die Kanalisation flächendeckend saniert - u.a. durch grabenlose Reliningverfahren - und hydraulisch erweitert. Ähnliche Projekte gibt es auch in den Ortsteilen Charlottenburg, Friedrichshain, Moabit und Neukölln. Für ein weiteres grabenloses Verfahren zum Austausch von Druckrohrleitungen - es wird gegenwärtig in Treptow und in Pankow angewendet - haben die Berliner Wasserbetriebe jetzt ein europäisches Patent erhalten.

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Seite Nr. 2018