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Halbe Wassernutzung und doppelter Regen bringen nasse Keller

26.02.2008

Förderregime angepasst und notwendige Grundwasseranreicherung gesenkt

In den vergangenen 20 Jahren sind die Grundwasserstände in Berlin wieder auf das Niveau
angestiegen, das sie vor Beginn der Industrialisierung vor 150 Jahren hatten. Gleichzeitig hat
sich die Wasserförderung in Berlin durch Abwanderung von produzierendem Gewerbe und moderne
Haustechnik halbiert. Die ergiebigen Niederschläge des vergangenen Jahres, die um
mehr als 40 % über denen des langjährigen Durchschnitts lagen und die sich im Januar fortsetzten,
haben den Boden mit Wasser gesättigt und in den Tälern von Spree und Havel den
Grundwasserspiegel um weitere 40 bis 80 cm steigen lassen. Dadurch kommt es in verschiedenen
Teilen der Stadt zu feuchten Kellern – selbst in Gebieten, die fernab von Wasserwerken
liegen und durch deren Förderung gar nicht beeinflusst werden können.

Die Regulierung der Grundwasserhöhen ist nicht Aufgabe der Berliner Wasserbetriebe. Mit
zwei 2001 stillgelegten Wasserwerken wird zur Abwehr von Vernässungsschäden an Gebäuden
so genanntes Grundwassermanagement betrieben, d.h. Grundwasser wird gefördert und in
die Spree bzw. in den Teltowkanal abgeschlagen. In Johannisthal wird dies durch das Land
Berlin finanziert, in Jungfernheide durch die Siemens AG.

Für die Berliner Wasserbetriebe sind die entsprechenden Möglichkeiten durch die Menge des
verkauften Trinkwassers begrenzt. Dennoch haben die Berliner Wasserbetriebe im Rahmen
ihrer Möglichkeiten im Einzugsgebiet der neun Wasserwerke Maßnahmen ergriffen, die lokal
begrenzt dem steigenden Grundwasserspiegel entgegenwirken. Dazu gehört eine veränderte
Verteilung der Fördermengen zwischen den Wasserwerken. Und dazu zählt auch die weitere
Absenkung der in zwei Werken (Tegel und Spandau) betriebenen Grundwasseranreicherung
auf ein gerade noch vertretbares Maß. Dabei wird Wasser aus der Havel im Umfeld der Brunnen
im Wald versickert, um den Wasserhaushalt lokal zu stützen, sensible Landökosysteme
vor dem Austrocknen zu bewahren sowie um Altlasten im Untergrund zu fixieren und damit deren
Zustrom zu den Brunnen abzuwehren. In den Wasserwerken Spandau und Tegel wurden
also die Fördermengen erhöht und gleichzeitig die Anreicherungsmengen zurückgefahren, so
dass hiermit der Grundwasserpegel abgesenkt werden konnte.

1998 haben die Berliner Wasserbetriebe insgesamt 229,0 Mio. m³ Grundwasser gefördert und
dabei in den drei Werken Jungfernheide, Spandau und Tegel 48,9 Mio. m³ Grundwasser angereichert.
2007 lag die Gesamt-Fördermenge um 11,7 % darunter bei 202,3 Mio. m³, die Anreicherungsmenge
wurde auf 24,6 Mio. m³ halbiert.

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