96 Trinkbrunnen gibt es derzeit in Berlin – und 62 Trinkwasserspender in öffentlichen Verwaltungsgebäuden. Bis Ende 2019 soll beides erheblich mehr werden.

Berlin will das Trinken von gesundem, mineralreichem Trinkwasser noch stärker in den öffentlichen Raum integrieren. Deshalb hat der Senat die Wasserbetriebe mit dem Aufstellen von Trinkbrunnen und Trinkwasserspendern beauftragt. Durch den Abgeordnetenhausbeschluss zur Blue Community stellt das Land Berlin für die kommenden zwei Jahre erstmals eine Millionen Euro für ein Trinkbrunnenbauprogramm zur Verfügung. Über die ganze Stadt verteilt bauen die Wasserbetriebe nun 100 Trinkbrunnen und Wasserspender - zusätzlich zu den 45 Trinkbrunnen, die Anfang 2018 bereits in Betrieb waren.

Übrigens: Die Wasserbetriebe errichten in Berlin bereits seit 30 Jahren Trinkbrunnen. Ursprünglich waren sie zur Netzspülung gedacht, heute sind sie ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität in der Stadt. Es gibt die Trinkbrunnen in zwei Ausführungen: leuchtend blau und dezent silbergrau. Nachdem die Brunnen zunächst in Eigenregie oder in Kooperation mit Initiativen und Geschäftsleuten aufgestellt wurden, riefen die Wasserbetriebe 2014 den Brunnen Run ins Leben. Dabei konnten Berlinerinnen und Berliner ihre bei Laufveranstaltungen zurückgelegten Kilometer "spenden": Pro 10.000 Kilometer stellten die Wasserbetriebe einen Brunnen in der Stadt auf und unterstützten Trinkwasserprojekte der Ingenieure ohne Grenzen. Über die Brunnenstandorte konnten die Bürgerinnen und Bürger online abstimmen. Über die Jahre wurden so 17 Brunnen aufgestellt.

Als das Programm "100 Brunnen und Trinkwasserspender für Berlin" 2018 startete, gab es bereits 45 Trinkbrunnen in der Stadt - inzwischen sind es 96. Sie sprudeln zwischen Mai und Oktober im Dauerbetrieb und liefern frisches Trinkwasser aus der Leitung zum Trinken und Abfüllen. Einen Standortüberblick gibt es auf der Karte der Wasserbetriebe.

1000000

Euro stellt der Senat in den Jahren 2018 und 2019 zur Errichtung von Trinkbrunnen zur Verfügung

96

Trinkbrunnen gibt es bereits in Berlin.

Silke Block leitet das Projekt seit zehn Jahren und sagt: „Alles läuft über mich.“ Sie koordiniert die Bauunternehmen, hält den Kontakt zu Ämtern und Verwaltungen, bespricht sich mit unserem Wartungsteam und sorgt nicht zuletzt für Brunnen-Nachschub, denn jeder Brunnen wird in einer Gießerei in Handarbeit hergestellt. Bis er dann steht, vergehen mitunter Monate. Wichtige Ansprechpartner sind für Silke Block vor allem die Bezirke: „Es ist ein großer Verwaltungsakt. Wir wollen zeigen, dass Trinkbrunnen die Bezirke bereichern“, sagt Silke Block. Und das sei mitunter mit viel Überzeugungsarbeit verbunden, etwa bei Tiefbau- und Grünflächenämtern und manchmal sogar beim Denkmalschutz.

Dabei werten Trinkbrunnen in erster Linie den öffentlichen Raum auf, so sieht es jedenfalls Silke Block. „Durch allgemein zugängliches kostenloses Wasser steigt eindeutig Berlins Lebensqualität. Vor allem, wenn im Sommer die Sonne scheint und die Temperaturen steigen“, so die Mitarbeiterin der Wasserbetriebe. Den Beschluss des Senats, den Berliner Wasserbetrieben eine Millionen Euro für neue Trinkbrunnen zur Verfügung zu stellen, findet sie großartig: „Langfristig wünsche ich mir, dass die Berlinerinnen, Berliner und auch Touristen erkennen, wie nachhaltig unsere Brunnen für die Stadt sind, was für einen Mehrwert wir durch sie schaffen und dass man respektvoll mit ihnen umgehen sollte“.

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