Unsere Mitarbeiter haben besonders feine Antennen fürs Wasser

Keine Zusätze, keine Veränderungen, keine Beimischungen: Unser Berliner Trinkwasser ist ein reines Naturprodukt von hoher Qualität, das komplett aus Grundwasser gewonnen wird. Seine Qualität ständig zu kontrollieren, ist eine wichtige Aufgabe, bei deren Bewältigung uns ungewöhnliche Helfer unterstützen: Bachflohkrebse.

Der sauberen Natur auf der Spur.

Was wären wir ohne tierische Unterstützung und Hilfe? Pferde ziehen Kutschen, der Hund ist der beste Freund des Menschen und Kanarienvögel warnten im Bergbau unter Tage vor sauerstoffarmer Luft. Wie aber helfen Bachflohkrebse bei der Wasserkontrolle?

Ein Blick in den „Käferatlas“ gibt einen ersten Hinweis: „Das häufige Auftreten von Bachflohkrebsen in Bächen, Flüssen und Seen ist ein Indiz für sauberes Wasser.“ Kurz: Fühlt sich der Bachflohkrebs wohl, ist das Wasser sauber. Von dieser Erkenntnis bis zum Einsatz in der Qualitätskontrolle war es für den Bachflohkrebs nur ein kleiner Schritt. Zusätzlich zu einem engmaschigen Netz aus verschiedenen Geräten und vielen chemischen, physikalischen und biologischen Labortests „arbeiten“ Bachflohkrebse in einem sogenannten Toximeter. Dort haben sie nur einen Job: Sie zeigen an, wenn mit der Wasserqualität etwas nicht stimmt.

Einzelbüros und schöne Einsatzorte

Der Arbeitsplatz der Bachflohkrebse, das Toximeter, ist in acht kleine „Büros“ unterteilt: In je einer Kammer hält sich ein Krebs auf. Werden die Krebse unruhig und bewegen sich schneller als gewöhnlich, erfassen eingebaute Sensoren diese Bewegung. Die Bewegungsdaten werden sofort an eine Zentralstation übermittelt. Erkennt die Station, dass ein bestimmtes Level erreicht worden ist, schlägt sie Alarm.

Schon seit 2015 arbeiten die Wasserwerke Beelitzhof und das Zwischenpumpwerk Kleistpark mit den Krebs-Toximetern. Geplant ist der Einsatz der Bachflohkrebse in allen Wasserwerken und auch im Rohrnetz der Stadt, wo die Tiere als schnelle Eingreiftruppe operieren sollen.

Gemerkt – gemeldet.

Weil die Bachflohkrebse unmittelbar auf Veränderungen in ihrem nassen Umfeld reagieren, bietet dieses Frühwarnsystem einen unschätzbaren Vorteil: Fließt aus einer Leitung mal nicht die gewünschte Qualität, kann diese Leitung sofort gesperrt werden. Und das gibt erst einmal Sicherheit, bevor Laboruntersuchungen ergeben haben, ob und welches Risiko überhaupt an diesem Kontrollpunkt besteht.

Wir lassen den Bachflohkrebs nicht allein.

2500

Qualitätsmessstellen

700

Brunnen

Weil nur Sicherheit für Sauberkeit sorgt, haben wir eine ganze Reihe von Maßnahmen getroffen, um die Wasserqualität zu gewährleisten – und den Bachflohkrebs bei seiner Arbeit zu unterstützen: Ständig messen und untersuchen wir in unseren Wasserwerken und im Rohrnetz die Reinheit des Trinkwassers. Unser zertifiziertes Labor analysiert mehrmals in der Woche die Trinkwasserqualität in den Wasserwerken. Einmal jährlich werden an den 700 Brunnen und an 2.500 Qualitätsmessstellen im Einzugsgebiet der Wasserwerke umfangreiche Kontrollen durchgeführt. So sorgen Menschen, Tiere und Techniken unablässig dafür, dass wir eine Wasserqualität gewährleisten können, die uns stolz macht.