08.04.2019

Kladower Straßen zukünftig trocken und sicher

Regenentwässerungskonzept und Plan zur Straßenherstellung gemeinsam im Bürgerdialog entwickelt

In der Siedlung Wochenend-West im Spandauer Ortsteil Kladow sollen die Straßen nicht nur zeitgemäß befestigt bzw. ausgebaut werden, das Gebiet soll auch eine Regenentwässerung erhalten, damit die Wege bei Regen passierbar bleiben und der Groß-Glienicker See vor eingeschwemmtem Schmutz geschützt wird. In die Planun-gen durch das Bezirksamt und die Berliner Wasserbetriebe sind die Anwohner der Siedlung mit ihren Hinweisen, Wünschen und Erwartungen in einem zweijährigen Dialogverfahren einbezogen gewesen.

In der um 1920 am Groß-Glienicker See errichteten Siedlung waren die Straßen nie solide ausgebaut worden. Fußwege fehlen ebenso wie eine Regenkanalisation. Versickerungsraum ist an den Wegen ebenfalls zu knapp. Bei Starkregen kommt es deshalb immer wieder zu Überflutungen und Einläufen über die Schächte in den schnell überlasteten Schmutzwasserkanal und im Ergebnis zu Verschmutzungen des Sees.

Erste Planungen des Bezirksamtes Spandau, durch neue Straßen Abhilfe zu schaffen, hatten eine Bürgerinitiative auf den Plan gerufen. 2017 hat der Spandauer Bezirksstadtrat für Bauen, Planen und Gesundheit, Frank Bewig, deshalb ein Dialogverfahren ins Leben gerufen, an dem sich neben dem Bezirksamt und der Bürgerinitiative auch die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz sowie die Berliner Wasserbetriebe mit ihrer technischen Kompetenz eingebracht haben.

Sichere Ableitung des Regens, bei der das typische Ortsbild erhalten bleibt

Im Ergebnis, das am 6. April mit den Anwohnern im Rahmen eines „Marktplatzes“ öffentlich diskutiert wird, wurde gemeinsam eine Lösung für die Neugestaltung der Straßen erarbeitet, bei der verschiedene Techniken kombiniert werden: In den schmalen Straßen im Kern der Siedlung wird das Regenwasser auf der Straßenoberfläche zu Gullys geführt, von denen es dann Kanäle zu einem offenen Becken an der Uferpromenade leiten. Dort wird das Wasser natürlich gereinigt und später füllt es das benachbarte Feuchtbiotop auf. Die umlaufende Uferpromenade und Teile des Ritterfelddamms bekommen statt einer Kanalisation Versickerungsmulden an den Straßenrändern.

„Wir haben gemeinsam mit Anwohnern, Politik und Verwaltung eine so komfortable wie ökologische und vor allem breit akzeptierte Lösung für die Siedlung gefunden“, erklärt Ulrike Franzke, Abwasser-Chefin der Berliner Wasserbetriebe. „Ich freue mich, dass im Zuge des Dialogverfahrens zwischen den Anwohnern und dem Bezirksamt die Interessen aller Beteiligten Gehör fanden und auch einvernehmlich in die Planung eingeflossen sind; ein tolles Beispiel für erfolgreiche Bürgerbeteiligung!“, unterstreicht Baustadtrat Frank Bewig. „Auch wir sind mit dem gemeinsam mit den Berliner Wasserbetrieben und dem Bezirksamt Spandau entwickelten neuen Konzept sehr zufrieden. In erfreulich sachlich und konstruktiv geführten Diskussionsrunden haben wir, wie ich finde, zu einem sehr guten Kompromiss aus den gestalterischen und ökologischen Forderungen der Anwohnerschaft einerseits und den technischen Notwendigkeiten andererseits gefunden“, ergänzt Sven Bühring, Sprecher der Bürgerinitiative Wochenend West - BIWW.