Mit künstlicher Intelligenz unterwegs im Kanalsystem

Projektzeitraum: 11.2016 - 04.2020 (zwei Projektphasen)

Das Kanalnetz in Deutschland ist rund 550.000 Kilometer lang. Davon laufen 9.700 Kilometer durch Berlin. Es ist eine wertvolle Infrastruktur, die als generationsübergreifendes Gut mit einem entsprechenden Weitblick gemanagt werden muss.

In enger Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin ist es uns gelungen, ein qualitätsgesichertes Alterungsmodell für den Zustand der Berliner Abwasserkanalisation und den zukünftigen Investitionsbedarf zu entwickeln. Dafür haben wir über 140.000 Datensätze zum Zustand, zu baulichen Eigenschaften und zu Umwelteinflüssen der Berliner Abwasserkanäle verarbeitet. Dabei kamen sowohl betriebsinterne Daten, wie das Alter und Material der Kanäle, als auch offene städtische Daten, z.B. zur Bodenart oder dem Grundwasserniveau, zum Einsatz. Durch die Verschneidung dieser Daten mittels statistischer Verfahren und künstlicher Intelligenz ist es möglich, die Alterungsprozesse haltungsscharf abzubilden und zu simulieren.

Das hilft uns und der Berliner Bevölkerung nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Dieses Projekt hat uns gezeigt, welche Vorteile eine Verknüpfung der analogen mit der digitalen Welt mit sich bringen kann.

Innovationspreis für Simulationswerkzeug zur Kanalalterung

Die Berliner Wasserbetriebe und das Kompetenzzentrum Wasser Berlin haben das Modellwerkzeug SEMA-Berlin entwickelt, mit dem sich die Alterung von Abwasserkanälen simulieren lässt. Erstmals haben Forscher beider Häuser datenbasierte statistische Verfahren mit künstlicher Intelligenz verbunden. Mit dem Ergebnis lassen sich Investitionen deutlich genauer steuern. Dafür wurden sie am 11. März mit dem renommierten Innovationspreis des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) ausgezeichnet.

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