Bei der Abwasserreinigung zählt jeder Einzeller

In unseren sechs Klärwerken sammeln wir das Abwasser von 3,75 Mio. Berlinerinnen und Berlinern, rund einer halben Mio. Brandenburgerinnen und Brandenburgern sowie von vielen Touristen. Da kommt einiges zusammen. Bei der Reinigung setzen wir auf die Hilfe von Wimpertierchen und anderen Einzellern.

Kleine Helfer: Wimpertierchen, Bärtierchen, Pantoffeltierchen

Ist das Wasser von groben Verunreinigungen befreit, strömt es in die Belebungsbecken. Dort kümmern sich nun Milliarden winziger Organismen wie Wimpertierchen (Bild oben), Bärtierchen und Pantoffeltierchen sowie rund 200 andere Arten darum, dass Schadstoffe wie Phosphate und Stickstoffe abgebaut werden. Unterstützt werden sie dabei im nächsten Becken durch Sauerstoff, der hinzugeleitet wird. Ganz ohne Chemie trennen die Mikroorganismen so 97 Prozent aller Verunreinigungen vom Wasser. In einer weiteren Stufe rücken wir nun auch den verbleibenden drei Prozent zu Leibe mit Hilfe einer Flockungsfiltration. So wird das Wasser noch sauberer.

Über 200 Mio. Euro für innovative Abwasserreinigung im Klärwerk Schönerlinde

Damit wir bei den restlichen drei Prozent noch besser werden, investieren wir in den kommenden Jahren deutlich über 1 Mrd. Euro in unsere Klärwerke. Über 200 Mio. Euro davon stecken wir zum Beispiel in die weitergehende Abwasserreinigung in Schönerlinde, der sogenannten vierten Klärstufe. Damit wird Schönerlinde als erstes Berliner Klärwerk Spurenstoffe abbauen können. Bis 2027 sollen dann alle Klärwerke der Berliner Wasserbetriebe mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe ausgerüstet sein.

Auch im Klärwerk Waßmannsdorf haben wir in den vergangenen Jahren kräftig investiert: Über 300 Mio. Euro flossen in den Bau zweier neuer Reinigungslinien und Anlagen zur weitergehenden Phosphor- und Stickstoffentfernung. Und mehr noch: Wir haben einen 50.000-Kubikmeter-Mischwasserspeicher errichtet, in dem bei starkem Regen Abwasser „geparkt“ und so vor dem Überlauf in die Spree bewahrt werden kann. So bleibt die Spree sauber. Das freut die Berlinerinnen und Berliner. Und ihre Gäste sowieso.