Seite Nr. 1289
Dachbegrünung

Regenwasser als Nutzwasser

Regenwasser kann nur dort verwendet werden, wo keine Trinkwasserqualität benötigt wird. Das heißt, zum Beispiel im Haushalt für die Toilettenspülung oder zur Bewässerung des Gartens.

Dazu wird eine Anlage, die aus einem Behälter, einer Steuerungseinheit und einer Pumpe und einem zweiten Rohrnetz besteht, installiert.

Zu beachten ist:

  • Die Installation und Wartung der Trinkwasseranlage (z.B. an der Nachspeisung oder am Wasserzähler) muss von einem eingetragenen Installateur erfolgen.
  • Eine direkte Verbindung von Regenwasseranlagen mit Trinkwasseranlagen muss ausgeschlossen werden.
  • Zum Trinken, Kochen, Waschen von Geschirr und zur Körperreinigung darf Regenwasser auf keinen Fall verwendet werden!

Prüfen Sie zuerst, ob eine Regenwasseranlage für Sie infrage kommt!

Rentabilität: Ökonomisch?
Voraussetzung, damit sich die Regenwassernutzung rentiert, ist, dass es genügend Niederschläge gibt. Dies ist in Berlin mit 580 mm mittlerer jährlicher Niederschlagsmenge nicht gegeben. Zum Vergleich: In Hamburg regnet es ca. 50 Prozent mehr. Hier beträgt die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 770 mm. In München sogar über 1.000 mm.

Außerdem bedarf die Anlage einer ausreichend großen Fläche, von der Sie das Regenwasser sammeln. Auf einem 150 m²-Dach sammeln sich im Jahr vielleicht 87 m³ Liter Regenwasser. Für diese Menge Trinkwasser zahlen Sie regulär bei uns ca. 193 Euro. Dem stehen Kosten für eine Regenwasseranlage von 3000 bis 5000 Euro gegenüber – noch nicht mitgerechnet die Betriebskosten der Anlage, direkte Kosten für die Aufbereitung des Regenwassers, sowie die Kosten für Instandhaltung und Reparaturen an Anlage und Zweitleitungsnetz.

Hat es zu wenig geregnet, dann erfolgt eine Nachspeisung mit Trinkwasser in die Anlage. Dafür zahlen Sie den regulären Trinkwasserpreis von 2,216 Euro/m³.

Umweltschutz: Ökologisch?
Die Nutzung von Regenwasser wird oft mit der Schonung der „kostbaren“ Grundwasservorräte begründet. Zudem müsse das Grundwasser nicht aufwendig und teuer aufbereitet werden, um dann in die Toilette zu fließen.

Dazu ist zunächst festzuhalten, dass Berlin genug Grundwasser zur Verfügung steht. Es wird sogar immer mehr: Die Pegel steigen seit einigen Jahren stetig an. Die Kosten für die Aufbereitung des Grundwassers sind dabei vergleichsweise gering. Umgekehrt für den Bau und die Unterhaltung des Kanalnetzes, das Sie anteilig nutzen: Hier betragen die Kosten zwei Drittel der gesamten finanziellen Aufwendungen der öffentlichen Wasserversorgung.

Zudem verringert sich durch die Nutzung des Regenwassers nicht die Schmutzwasserfracht zum Klärwerk. Gerade Bakterien und gelöste chemische Stoffe passieren die meisten Filter.

Regenwasser ökologisch zu nutzen hieße, es dort versickern zu lassen, wo es anfällt. So könnten Sie es zum Beispiel zur Bewässerung des Gartens verwenden. Damit käme es letztlich dem Grundwasser zugute.

Wasserqualität: Gut?
Regenwasser dürfen Sie z.B. nicht trinken. Es stellt eine potenzielle Gesundheitsgefährdung dar. Typisch für Dachablaufwasser ist eine mikrobiologische Belastung durch den auf Dächern befindlichen Aufwuchs und den eingetragenen Vogelkot. Darin befindet sich ein ganzer Zoo von Krankheitserregern, wie Campylobacter-Bakterien und Salmonellen, teilweise in sehr hohen Konzentrationen.

Deshalb sind in Regenwasseranlagen Filter integriert. Doch es gelingt nicht, alle Schadstoffe zurückzuhalten. Gerade Kinder sind gefährdet, wenn das Regenwasser für die Gartenbewässerung genutzt wird. Sie können nicht zwischen Trink- und Brauchwasser unterscheiden.

BWB_Hotlinebox.gif

kostenlose Service-Nummer
Mo-Fr:  7:00 – 20:00 Uhr

Diese Seite finden Sie im Internet unter der URL:
http://www.bwb.de/content/language1/html/1289.php
© 2009, Berliner Wasserbetriebe.