Pressemitteilung vom 23.05.2013

Kostenlose Bleianalysen für Schwangere und junge Eltern

Wir haben unsere Mission erfüllt und alte Rohre ausgetauscht, manche Hausbesitzer müssen das noch tun

Ab sofort können Schwangere und junge Eltern mit Kindern im ersten Lebensjahr bei den Berliner Wasserbetrieben kostenlos ihr Trinkwasser auf eventuelle Blei-Belastung testen lassen. Hintergrund: Ab dem 1. Dezember 2013 sinkt der gesetzliche Grenzwert für Blei im Trinkwasser von 0,025 mg/l auf 0,010 mg/l. War der bisherige Grenzwert noch einhaltbar, wenn man Stagnationswasser aus bleiernen Leitungen ablaufen ließ, ist das künftig mit dem niedrigeren Wert nicht mehr zu schaffen.

Das Berliner Trinkwasser hat eine hohe Güte, die der von Mineralwasser nicht nachsteht. Diese Qualität kann jedoch in un- oder teilsanierten alten Gebäuden auf den letzten Metern vor dem Wasserhahn durch alte Bleirohre beeinträchtigt werden. Das Trinkwasser verlässt die Berliner Wasserwerke bleifrei. Auch das 7.900 km lange Rohrnetz unter den Straßen ist von jeher bleifrei.

Die Berliner Wasserbetriebe haben seit mehr als drei Jahrzehnten Zehntausende Hausanschlüsse aus Blei ausgewechselt. Aber direkt vor und in Häusern kann es noch Rohre aus Blei geben. Dies betrifft Hausanschlussleitungen, die Verbindungen zwischen dem öffentlichen Rohrnetz und den Hausinstallationen, sowie Rohre in alten Häusern, deren Rohre vor Mitte der 1930-er Jahre gelegt worden sind.

„Wir haben uns seit langem und immer wieder auch mit finanziell lukrativen Programmen an die Hauseigentümer mit der Bitte gewandt, alte Bleianschlüsse auszutauschen“, so Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe. „Damit haben wir unseren Teil der Arbeit bis auf wenige Ausnahmen, die in den nächsten Monaten erledigt werden, geschafft.“

Von den 284.000 Hausanschlüssen sind heute nur noch rund 0,2 % bzw. ca. 700 aus Blei. Weitere 3.200 enthalten auf „Eigentümer-Seite“ Blei. Für diese Rohre in Häusern oder auf Grundstücken und damit für die Trinkwasserqualität am Hahn ist der jeweilige Immobilienbesitzer verantwortlich. Diese Gebäude – vorwiegend Einfamilienhäuser – liegen zumeist in den Südwestbezirken. Statistiken über die Materialien der Hausinstallationen (das sind die Rohre in den Gebäuden selbst sowie die Armaturen wie z. B. Wasserhähne) gibt es nicht.

Der Labortest schafft Klarheit


Für Haushalte, in denen Schwangere oder Säuglinge im Alter bis zu einem Jahr wohnen, bieten wir die Blei-Analyse bei Vorlage des Mutterpasses oder der Geburtsurkunde kostenfrei an, sonst kostet sie 18,47 Euro. Proben mit Wasser vom heimischen Wasserhahn (bitte ohne ablaufen zu lassen in eine saubere 0,5 Liter-Mineralwasserflasche abfüllen) können im Labor der Berliner Wasserbetriebe, Motardstr. 35, 13629 Berlin, nach vorheriger Anmeldung unter der kostenfreien Rufnummer 0800-2927587 abgegeben werden.

Hintergrund: Warum gefährlich? Woran erkennbar? Wie kann man sich schützen?


Selbst niedrige Blei-Konzentrationen können bei regelmäßiger Aufnahme die Blutbildung und Intelligenzentwicklung bei Ungeborenen und Kleinkindern beeinflussen. Beim Erwachsenen wird Blei ausgeschieden oder in den Knochen eingelagert. Es kann von dort jedoch während der Schwangerschaft wieder ins Blut gelangen, weshalb auch werdende Mütter besonders vor einer Aufnahme von Blei geschützt werden müssen.

Das Alter des Hauses ist ein Indiz. Blei ist in Einzelfällen als Installationsmaterial bis ca. 1970 verarbeitet worden. Blei ist grausilbrig, weich, hat einen dumpfen Klang und lässt sich leicht einritzen, abschaben oder biegen.

Sind Bleirohre vorhanden, sollten sie so schnell wie möglich ersetzt werden. Dafür ist der Hauseigentümer verantwortlich. Bis die neuen Leitungen verlegt sind, sollten Kinder und Schwangere für Trink- und Nahrungszwecke möglichst auf Mineral- oder Tafelwasser ausweichen. Für die Verwendung zur Körperpflege gibt es keine Einschränkungen. Der Bleigehalt lässt sich auch deutlich senken, wenn das Wasser aus Bleirohren so lange ablaufen gelassen wird, bis es merklich kühl geworden ist.

Weitere umfangreiche Informationen zu diesem Thema gibt es auf www.bwb.de/blei.

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