Pressemitteilung vom 26.11.2003

Eisenschlamm gegen Faule-Eier-Duft

Pilotprojekt für bessere Berliner Luft über den Abwasserkanälen

Die Berliner Wasserbetriebe forcieren ihre Arbeiten zur Reduzierung von Gerüchen aus den Abwasserkanälen. In einem Pilotprojekt soll nachgewiesen werden, dass durch die Dosierung von Eisenschlamm ein Ausgasen des nach faulen Eiern riechenden Schwefelwasserstoffes verhindert werden kann. Positiv abgelaufene Versuche lassen erwarten, dass diese Praxis großflächig riechbare Erfolge verspricht.

In der Kanalisation gewährleisten die etwa alle 60 Meter eingebauten Kanaleinstiege eine natürliche Durchlüftung. In den vergangenen 15 Jahren hat Berlin jedoch kräftig Wasser gespart, die Menge ging um rund 40 Prozent zurück. Damit sanken auch die Menge des Abwassers und dessen Fließgeschwindigkeit. Geringere Verdünnung und langsameres Fließen führen zu stärkeren Ablagerungen in den Kanälen und auch zu einer deutlich schnelleren Faulung des Abwassers.

Die im Abwasser vorhandenen Verdauungsrückstände enthalten viele organische und anorganische Schwefelverbindungen. Sie gasen bei zunehmender Faulung als Schwefelwasserstoff aus. Das riecht nicht nur nach faulen Eiern, sondern führt auch in den Kanälen und den dazu-gehörigen Anlagen zu Korrosion.

Das Anti-Geruchs-Projekt der Berliner Wasserbetriebe setzt auf Eisenschlamm, der in Berlin faktisch ein nachwachsender Rohstoff ist. Denn er wird dem Grundwasser bei der Aufbereitung in den neun Wasserwerken in großen Mengen entzogen. Eisen bindet Sulfide (Schwefelverbindungen) zu Eisensulfid. Im Abwasser fällt dieses Eisensulfid in grauschwarzen Flocken aus, die dann ganz normal zum Klärwerk fließen. Ingenieure der Wasserbetriebe arbeiten intensiv daran, die Auswirkungen einer wirtschaftlich vertretbaren Eisenschlammdosierung ins Kanalsystem zu berechnen, um damit bezirksübergreifend die Geruchsbildung einzudämmen.

Aber nicht alle störenden Kanal-Gerüche sind durch Schwefelverbindungen bedingt. Für diese Fälle arbeiten die Spezialisten der Wasserbetriebe an alternativen Verfahren. So wird an manchen Stellen die Dosierung bestimmter biologisch abbaubarer Salze untersucht oder der Rhythmus der Hochdruckspülungen erhöht.

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