Pressemitteilung vom 12.11.2010

Anti Aging – leider nur bei Brunnen

Die Aufgabe: Taucher verjüngen mit Impulsen Berlins größten Wasserspender

Taucher und Experten aus dem eigenen Hause verjüngen tief im Grundwasser mit Impulsgebern und Pumpen einen gealterten Trinkwasserbrunnen. Mit diesem ebenso modernen wie spektakulären Verfahren verwandeln Spezialisten der Berlinwasser Services GmbH gemeinsam mit Kooperationspartnern im Auftrag der Berliner Wasserbetriebe einen 1955 auf der Insel Scharfenberg im Tegeler See gebauten und inzwischen merklich gealterten Horizontalfilterbrunnen in einen „Jungbrunnen“. Das war nötig, denn seine Ergiebigkeit hatte durch die so genannte Brunnenalterung stetig nachgelassen.

Vor allem der Chemismus und die Biologie des Grundwassers lassen die Filterschlitze und die sie umgebende Kiesschüttung jedes Brunnens schrittweise versanden, verockern und versintern. Damit sinkt die Ergiebigkeit. Um dieser Alterung entgegenzuwirken ohne überdurchschnittlich Investitionen aufbringen zu müssen sind zyklische Brunnenregenerierungen und -sanierungen notwendig. Der Scharfenberger Brunnen wird jetzt erstmals in komplett mit Wasser gefülltem Zustand regeneriert. Bisher – zuletzt 2001 – geschah dies gelenzt, also mit leer gepumptem Hauptschacht. Nun arbeiten Taucher in 17 Meter Wassertiefe an den Filtersträngen.

Die Macher: Erfahrene Sanierer erneuern schockend
Der Fachbereich „Brunnen“ der Berlinwasser Services GmbH ging 2000 aus den 1954 gegründeten Brunnenkolonnen der Berliner Wasserbetriebe hervor. Die Brunnenspezialisten  mit Sitz am Neuköllner Wasserturm an der Leykestraße verfügen neben jahrzehntelanger Erfahrung über modernste Technologien, darunter auch patentierte Eigenentwicklungen bei der Instandhaltung, Nachrüstung und Modernisierung von Brunnen.

Auch das so genannte Sprengschocken®, die Regenerierung von Brunnen mittels Sprengstoff zählt zu den Entwicklungen im eigenen Hause. Auf Scharfenberg kommt u.a. eine spezielle, hochfrequente Impulstechnik eines Partnerunternehmens zum Einsatz. Das Servicepaket ist auch über die Grenzen Berlins hinaus bundesweit und international sehr geschätzt und gefragt, über die BWH- Vertriebsgesellschaft pigadi GmbH wurden und werden u.a. in Afrika, der Schweiz oder auch in Luxemburg Brunnen saniert.
 
Die Brunnen: Horizontal und vertikal – der Standard und die Exoten
Die Berliner Wasserbetriebe fördern heute in neun Wasserwerken aus insgesamt rund 700 Brunnen Grundwasser. Der „Standardtyp“ sind die so genannten Vertikalfilterbrunnen. Vereinfacht gesagt wird für sie ein durchschnittlich ein 50 Meter tiefes Loch gebohrt, in das ein geschlitztes Rohr bis zu den wasserführenden Schichten geschoben wird. In diesem so genannten Filterrohr sammelt sich das Grundwasser und wird von einer Pumpe gefördert. Mehrere solcher Brunnen werden zu Brunnengalerien zusammengefasst.

Das Wasserwerk Tegel beispielsweise gewinnt sein Wasser über sieben Brunnengalerien mit insgesamt 130 Vertikalbrunnen rund um den Tegeler See sowie mitten im See auf der Insel Scharfenberg über einen Horizontalfilterbrunnen. Dieser Typ gehört zu den Exoten unter den Brunnen. Mit 17 Metern Tiefe, einem Schachtdurchmesser von vier Metern und einer sternenförmigen Ausdehnung ihrer einzelnen Filterrohre von bis zu 42 Metern kann ein jeder solcher Brunnen so viel Wasser gewinnen wie eine konventionelle Brunnengalerie mit zehn Vertikalbrunnen. In Berlin gibt es nur drei solche Anlagen, die alle in den 1950er Jahren gebaut worden sind: Je eine in den Wasserwerken Spandau, Tegel (auf der Insel Scharfenberg) und Riemeisterfenn (im Grunewald an der Krummen Lanke).

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