Nachhaltig gärtnern mit Berliner Pflanze

Pressemitteilung vom 10.04.2014
Phosphor-Dünger aus lokalem Klärschlamm schont globale Ressourcen

400 Tonnen und damit eine Rekordmenge des mit einem selbst entwickelten und patentierten Verfahren aus Klärschlamm gewonnenen Phosphordüngers „Berliner Pflanze“ wollen die Berliner Wasserbetriebe in diesem Jahr gewinnen. Mit diesen Kristallen aus dem faktisch nachwachsenden Rohstoff Klärschlamm kann der auf der Welt endliche Rohstoff Phosphor als Mineraldünger ersetzt werden.

Phosphor als Hauptbestandteil von Dünger wird überwiegend bergmännisch außerhalb Europas gewonnen. Die Vorräte sind endlich, die Preise für diesen Rohstoff steigen. Aber: Jeder Mensch scheidet rund zwei Gramm Phosphor pro Tag aus, das so ins Abwasser gelangt.

In den Klärwerken werden Phosphorverbindungen biologisch mit Hilfe von Mikroorganismen aus dem Abwasser entfernt und im Klärschlamm gebunden. Unter bestimmten Bedingungen kann dieser Phosphor wieder freigesetzt werden und kristallisieren. Das lief früher ungesteuert ab und verstopfte und blockierte Anlagen im Klärwerk Waßmannsdorf. Diesen Ärger haben Ingenieure der Wasserbetriebe produktiv gemacht und ein Verfahren entwickelt, bei dem die Kristallisation kontrolliert abläuft und die Kristalle gezielt entnommen werden können.

Das erzeugte Salz enthält neben Phosphor die Nährstoffe Stickstoff und Magnesium und heißt daher technisch Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP) oder „Berliner Pflanze“ als Marke. Es ist hygienisch einwandfrei, analytisch überwacht und mit seiner Mineralien-Kombination ideal für unsere Böden.

Neu: Lizenzen für das Verfahren und das Produkt

Rund 1.200 Tonnen MAP aus der stetig verbesserten Anlage wurden bisher an Agrarbetriebe verkauft. Die Erlöse und die mit dem Verfahren erzielten Einsparungen summieren sich auf rund 350.000 Euro pro Jahr. Und: Das Verfahren ist in jedem Klärwerk mit einer biologischen Phosphatentfernung anwendbar.

Die Lizenzen für das patentierte Verfahren bieten die Wasserbetriebe zum Kauf und werden u. a. in Amsterdam und von einigen anderen niederländischen Abwasserentsorgern bereits angewendet. Neu ist, dass dazu auch die sehr aufwändige Registrierung von MAP nach EU-Chemikalienverordnung REACH offeriert wird.

„Berliner Pflanze“ kann man im Kundenzentrum, im Museum im Wasserwerk sowie bei Veranstaltungen und am Infomobil der Berliner Wasserbetriebe kaufen. Zwei Kilo Nachhaltigkeit für den heimischen Garten kosten vier Euro.

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© 2009, Berliner Wasserbetriebe.
Seite Nr. 16882