Fit für die Zukunft: unsere Infrastruktur

Wir arbeiten mit Hochdruck und überwiegend unsichtbar daran, unser 19.000 Kilometer langes Netz mit innovativen Technologien zu renovieren und auszubauen. Damit Berlin weiter wachsen kann.

Es sind beeindruckende Zahlen: Fast 19.000 Kilometer lang ist das Berliner Trink- und Abwasserrohrnetz. Das entspricht in etwa der Flugstrecke Berlin – Kapstadt und zurück. Mit der Abwassermenge, die wir jedes Jahr reinigen, ließe sich das Olympiastadion mehr als 350 Mal bis zum Rand füllen. Jede Berlinerin und jeder Berliner gebraucht am Tag davon durchschnittlich 115 Liter, eine Badewanne voll. Da die Hauptstadt immer weiter wächst und der Wassergebrauch entsprechend steigen wird, wollen wir sicherstellen, dass die Kanalisation den Aufgaben der Zukunft gewachsen ist. 

Gezielte Investitionen

Allein 2017 haben wir in unser Abwassernetz – in Druckleitungen und Kanäle – rund 80 Millionen Euro investiert. In das Trinkwassernetz floss mit rund 40 Millionen Euro etwa die Hälfte. Wir haben im gleichen Jahr genau 102,8 Kilometer Rohre und Kanäle erneuert. Ein wichtiger Indikator ist für uns die Quote der Schäden pro Kilometer. Diese ist gegenüber dem Vorjahr nochmals gesunken und beträgt aktuell 0,07 – ist somit sehr niedrig. International gibt der sogenannte ILI-Standard (Infrastructure Leakage Index) die Wasserverluste innerhalb eines Rohrsystems an, ein Wert von unter 1,5 steht für geringe Verluste. In Berlin liegen wir mit 0,537 noch einmal deutlich darunter. 

Modernste Technologien im Einsatz

Um das Berliner Kanalnetz fit für die Zukunft zu machen und die Versorgungssicherheit auch langfristig zu gewährleisten, arbeiten wir unter und über der Erde mit neuesten Verfahren. So müssen beim Renovieren unserer Kanäle immer seltener Straßen aufgerissen werden. Damit vermeiden wir Staus und zusätzlichen Lärm. Rund drei Viertel der Sanierungsarbeiten erledigen wir mit dem sogenannten Inlinerverfahren, bei dem in alte Rohre glasfaserverstärkte Kunststoffschläuche eingezogen werden. Darüber hinaus arbeiten wir im Rahmen eines Forschungsprojekts aktuell daran, den Zustand unserer Kanäle schon von Kamerarobotern erfassen und automatisch auf Schäden untersuchen zu lassen. Zukünftig lassen sich dank der neuen Technologie mindestens 90 Prozent der Schäden automatisch erkennen. So halten wir unsere Infrastruktur auch angesichts begrenzter öffentlicher Mittel immer gut in Schuss.

Zukunftsaufgabe: Stauräume schaffen

Ein weiteres Augenmerk richten wir im Rahmen unseres Regenwassermanagements auf den Ausbau von Speichern für große Wassermengen. Mit diesem Stauraumprogramm bringen wir Regen nach extremen Wolkenbrüchen auf den richtigen Weg und wollen die Zahl der Überläufe in Berliner Gewässern weiter minimieren. Bis 2024 bauen wir daher Stauraumkanäle und Regenüberlaufbecken – derzeit haben wir ein Speichervolumen von insgesamt 240.000 Kubikmeter, 2024 werden es dann 400.000 Kubikmeter sein. Seit November 2017 entsteht beispielsweise unter dem Mauerpark ein 7.400 Kubikmeter fassender Kanal. Dort kann überschüssiges Regenwasser zwischengespeichert und später abgeleitet werden. So lässt sich die Zahl der Regenüberlauftage von aktuell 40 ungefähr halbieren und wir schützen das sensible Spree-Havel-System.