„Schwammtastisch“ und „BGI-Planer“ – so heißen zwei neue jetzt veröffentlichte digitale Angebote, wovon das eine die Schwammstadt für alle populär machen und das andere der Verwaltung bei dringenden Umbauentscheidungen für eine lebenswertere Stadt helfen soll. Beide zeigen, wie blau-grüne Infrastruktur Berlin zu mehr Klimaresilienz verhilft.
Mit dem Browser-Spiel „Schwammtastisch“ können die Berliner:innen erleben, wie sich ihre Stadt mit Pflanzstreifen, Bäumen, Dachbegrünung, Regenwassernutzung und weiteren blau-grünen Maßnahmen Schritt für Schritt in eine Schwammstadt verwandeln lässt. Dabei wird klar, welchen Beitrag diese Maßnahmen leisten, um Regenwasser zu speichern, Hitze zu reduzieren, Gewässer zu schützen oder Biodiversität zu fördern, letztlich: Berlin widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.
Spielende können 14 Ansichten realer Orte wie Straßen oder Schulhöfe in allen zwölf Berliner Bezirken u. a. mit blau-grünen Infrastrukturmaßnahmen umgestalten. Durch Platzieren und Kombinieren von Puzzleteilen wie Bäumen, Versickerungsmulden oder Zisternen sammeln sie Punkte und lernen, wie verschiedene Maßnahmen zusammenwirken. So wird interaktiv auch ohne Vorwissen altersunabhängig und begeisternd klar, dass Klimaanpassung kein abstraktes Thema ist. Das Spiel wird von der Berliner Regenwasseragentur betreut und ist kostenfrei auf deren Website unter https://game.regenwasseragentur.berlin/ verfügbar.
Bedarfe erkennen, Machbarkeit und Lösungen prüfen
Für die Verwaltung entwickelt, aber offen für alle ist der Blau-Grüne Infrastrukturplaner (BGI-Planer), eine neue kartenbasierte Webanwendung. Sie unterstützt bei der Integration blau-grüner Maßnahmen in städtebauliche Projekte und soll dazu beitragen, die Resilienz Berlins gegenüber den Folgen des Klimawandels – insbesondere Starkregen und Hitze – zu erhöhen. Das Tool mit drei Modulen kann bei Entscheidungen in frühen Planungsphasen helfen und orientiert bei der Umsetzung:
• Modul 1 identifiziert Handlungsbedarfe und Herausforderungen und umfasst Karten und Checkfragen zu Starkregen, Hitze, Versiegelung, Wasserhaushalt und Gewässerschutz.
• Modul 2 prüft Machbarkeiten und macht Hemmendes/Hemmnisse? klar, enthält Potenzialkarten, etwa für Gründächer, und prüft Faktoren wie Denkmalschutz oder Baumbestand.
• Modul 3 plant und bewertet die Wirkung von Maßnahmen anhand von Steckbriefen, einem Wasserhaushaltsmodell, einer Gewässermodellierung und Modellszenarien zu Hitze und Starkregen.
Der noch prototypische BGI-Planer arbeitet mit offenen Daten aus dem Geoportal Berlin, wurde mit offenen Frameworks umgesetzt und der Quellcode unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Die Anwendung macht komplexes Klimawissen für die Verwaltungspraxis nutzbar. Effektabschätzungen zeigen schon in der Planung, wo eine neue Mulde, ein begrüntes Dach oder eine entsiegelte Fläche besonders viel bewirkt. Abrufbar unter https://bgi-planer.ts.berlin.
Zehn Partner, drei interaktive Lösungen, ein Ziel: Resilienz gegenüber dem Klimawandel
Entwickelt wurden das Online-Spiel, der BGI-Planer sowie das bereits im Mai 2026 vorgestellte Hochwasser-Infoportal https://hochwasser.berlin.de im Rahmen des Projekts SmartWater vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin gemeinsam mit der Technologiestiftung Berlin, der Berliner Regenwasseragentur, den Berliner Wasserbetrieben sowie den Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung sowie für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und den Bezirksämtern Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow. SmartWater wird vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin koordiniert, ist Teil der Modellprojekte Smart City der Senatskanzlei Berlin und wurde von ihr sowie durch das Bundesbauministerium und die KfW gefördert.