Immer im Kontakt mit Wasser und Kunden: Der Job als Netzprüferin

Wenn sie gebraucht wird, ist sie umgehend zur Stelle. Lisa fährt mit ihrem Team jeden Tag durch Berlin, um in Wasserschutzgebieten Hausanschlusskanäle auf ihre Dichtheit zu prüfen. Das ist manchmal eine schmutzige Angelegenheit und trotzdem hat die Berlinerin mit diesem Job ihre Berufung gefunden.

Ursprünglich wollte Lisa nach ihrem Fachabitur als technische Datenassistentin im Bauwesen Architektur studieren. Alles war geregelt: Sie hatte ihren Praktikumsplatz in einem Architekturbüro und es hätte losgehen können. „Ich war aber vom Kopf her einfach nicht soweit“, erzählt sie heute. „Da hat sich meine Mutter eingeschaltet und mir zu einem Ausbildungsberuf geraten.“ An einem sehr heißen Tag vor zehn Jahren gingen sie dann zum Tag der offenen Tür der Berliner Wasserbetriebe. „Bis dahin wusste ich gar nicht, dass es Wasserwerke gibt. Wasser kommt halt aus der Wand“, erinnert sie sich lachend.

Vom Klärwerk auf die Straße

Sie begann eine Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik. Die ersten zwei Jahre arbeitete sie im Klärwerk, erst im dritten Lehrjahr spezialisieren sich die Auszubildenden. Lisa merkte schnell, dass ihr Herz für eine andere Fachrichtung schlägt. „Ich habe realisiert, dass ich nicht im Klärwerk sein möchte. Ich bin eher ein Freivogel, will LKW fahren und auf den Straßen und in der Stadt arbeiten.“

Ihr Ausbildungsbetrieb, die Berliner Wasserbetriebe, war flexibel genug: Lisa wechselte im dritten Ausbildungsjahr, ließ sich zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice ausbilden und wurde anschließend übernommen.

Frische Luft und eine große Maschine

Lisa machte mit der Unterstützung der Berliner Wasserbetriebe ihren LKW-Führerschein und arbeitete nach ihrer Ausbildung auf dem Sanierungsbauhof am Südkreuz. „Da werden Kanäle repariert und von Unebenheiten und Wurzeln befreit“, erzählt sie. „Dort habe ich mit Robotertechnik gefräst, war auf Kanalinspektionen und arbeitete mit dem Liner“. Mit diesem Fahrzeug werden sogenannte grabenlose Rohrsanierungen durchgeführt, bei denen keine Straßen aufgebrochen werden müssen. „Das Beste daran war, dass ich den ganzen Tag draußen und jeder Tag neu war“, erinnert sich Lisa. Vier Jahre lang war sie auf dem Liner unterwegs, dann wechselte sie 2018 zur „Hausanschlusstruppe“, wie ihr Team intern heißt.

Ständiger Kontakt mit dem Kunden

Als Spezialkraftwagenfahrerin und Netzprüferin inspiziert Lisa die Verbindungen zwischen den Häusern und dem Hauptkanal auf ihre Dichtheit. „Wir prüfen das betroffene Stück und dokumentieren mit Filmen und Protokollen die Sachlage“, erklärt Lisa. „Das geht dann in die Bauabteilung und dort wird beraten, welche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen.“

Für Lisa kommt in dieser Tätigkeit das Beste von allem zusammen. „Das ist genau das, was ich wollte: Ich wollte draußen sein, aktiv sein und mit Menschen arbeiten“, sagt sie. Insbesondere der Kundenkontakt, der die Arbeit so abwechslungsreich macht, kann aber auch schnell eine Herausforderung werden. „Der eine Kunde drängt uns, dass wir fertig werden sollen und der nächste fragt, ob wir noch einen Kaffee möchten oder er uns helfen kann“, erzählt Lisa. „Da muss man neutral bleiben, jedem Kunden die gleiche Aufmerksamkeit schenken und einen professionellen Service bieten.“

Jeden Tag als Team zusammenarbeiten

Morgens um sechs Uhr geht es los, denn die ersten Termine stehen an. Zum Start in den Tag wird das Fahrzeug bestückt und dann geht es auf die Baustellen. Dort reinigen sie die Hausanschlüsse und führen die Dichtheitsprüfung durch. Was sie an einem Einsatzort wirklich erwartet, wissen Lisa und ihr Kollege immer erst, wenn sie ankommen. Hier packt jeder an und alle ziehen an einem Strang, sonst würde die Zusammenarbeit nicht so funktionieren. Dabei ist klare und ehrliche Kommunikation wichtig. „Das Beste ist, dass man sich jederzeit an die älteren Kollegen wenden kann, wenn es mal brenzlig wird. Die machen das ja auch schon eine Weile und auf deren Expertise und Unterstützung kann man sich immer verlassen.“

Am Ende des Tages eine saubere Sache

So musste Lisa einmal ein Regenrückhaltebecken, sechs Meter unter der Erde, von Schlamm befreien. „Das war eine Herausforderung, aber genau das liebe ich so an meiner Arbeit. Wenn man mit Stirnlampe und Schaufel sich an die Arbeit macht und am Ende des Tages – den Spinnen und Mäusen zum Trotz – das Becken selbst ausgeschaufelt hat, dann weiß man, was man erreichen kann.“ Und genau diese körperliche Arbeit und die täglich sichtbaren Erfolge machen den Job für Lisa zum Traumberuf. „Es macht mir Freude, wenn Kunden zufrieden sind mit unserer Arbeit und ich das Gefühl habe, etwas geschafft zu haben“, sagt sie. „Am Ende des Tages wasche ich meine schmutzigen Hände und weiß, dass ich jemandem geholfen habe. Das erfüllt mich.“ Lisa ist nun seit zehn Jahren für die Berliner Wasserbetriebe im Einsatz und an ein Ende ist nicht zu denken.

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