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09.05.2006

Umfangreiche Investitionen in Rohre und Kanäle

Mengenrückgang und steigende Tarife heben sich weitgehend auf

Für die Berliner Wasserbetriebe hielt auch 2005 der Trend rückläufiger Absatzmengen an. Während die Wasserförderung erneut um 1,5 % auf 206,1 Mio. m³ sank, verringerte sich auch die Abwasserreinigung um 2,2 % auf 233,5 Mio. m³.

Der Umsatz stieg von 1.056,8 Mio. € auf 1.104,3 Mio. €. Dies ist überwiegend auf die Anpassung der Tarife am Jahresanfang zurückzuführen. Das operative Ebit lag bei
340,9 Mio. € und damit 7,1 Mio. € höher als 2004. Der Jahresüberschuss belief sich auf 84,9 Mio. € gegenüber 62,4 Mio. € im Jahr zuvor.

Der Haushaltsverbrauch pro Einwohner und Tag reduzierte sich gegenüber 2004 um einen auf 116 Liter. Zusammen mit den veränderten Tarifen bedeutet das, dass im Durchschnitt jeder Berliner 2005 insgesamt monatlich 18,70 € für Trink-, Schmutz- und Regenwasser aufgewendet hat, 82 Cent mehr als im Jahr zuvor. Für die Berliner haben sich die tatsächlich für Trink- und Schmutzwasser gezahlten Kosten seit 1997 kaum verändert. Denn die Teuerung und der Rückgang der genutzten Menge bedingen sich und heben sich in der Wirkung gegenseitig weitestgehend auf. Die Länge der Infrastruktur und der Aufwand zur Qualitätssicherung in den Rohren und Kanälen wachsen weiter. Diese Kosten müssen jedoch jedes Jahr auf weniger Kubikmeter umgelegt werden.

Ende 2005 beschäftigten die Wasserbetriebe 5.096 Mitarbeiter und damit 114 bzw. 2,2% weniger als 2004. Die Zahl der Personenjahre (PJ) liegt bei 4.561
(2004: 4.787 PJ). Insgesamt wurden 390 Jugendliche in einem von 18 Berufen und fünf Studiengängen ausgebildet. Dies entspricht einer Ausbildungsquote von 8,55 % bezogen auf die Personenjahre bzw. 7,65 % gemessen an der Mitarbeiterzahl. Damit ist das Unternehmen nicht nur in Berlin führend. Auch angesichts tausender Lehrstellen-Bewerbungen bleiben gut 10 % der Plätze Hauptschülern vorbehalten.

Nach forcierter Kanalisierung steht künftig Sanierung im Fokus

In die Infrastruktur und Anlagen wurden 295,0 Mio. € (2004: 298,3 Mio. €) investiert. Davon waren 254,2 Mio. € (2004: 250,2 Mio. €) eigenfinanziert. Wie auch in den Vorjahren flossen zwei Drittel dem Bereich Entwässerung zu. Das Abwassernetz (Schmutz-, Regen- und Mischwasserkanäle sowie Abwasserdruckrohre) wuchs per Saldo um 45 km auf 10.484 km. So wurden allein 76,6 km Kanäle neu gebaut bzw. durch neue ersetzt, 20,5 km mehr als im Vorjahr. Die Strategie der Kanalerneuerung und gezielten Erweiterung in den Altsiedlungsgebieten, insbesondere in den Trinkwasserschutzgebieten, wird auch im Jahr 2006 konsequent fortgeführt. Rund
44 Mio. € - das sind 28 % mehr als im Vorjahr - werden 2006 in die Erstkanalisierung von Siedlungsgebieten investiert. Allein dafür entstehen insbesondere im Ostteil der Stadt 53 km neue Kanäle (2005: 49 km) sowie rund 2.600 (1.800) Hausanschlüsse für etwa 6.300 (5.300) Berliner. Gegenwärtig hat Berlin einen Kanalisierungsgrad von mehr als 99 %, rund 33.700 Berliner entsorgen ihr Abwasser noch über abflusslose Gruben. Der Schwerpunkt liegt in den Ortsteilen Hellersdorf, Hohenschönhausen und Treptow.
Der Schwerpunkt der Investitionsstrategie wurde jedoch in Richtung der flächenhaften Sanierung des bestehenden Kanalnetzes verschoben. In den nächsten fünf Jahren ist z.B. die Verdoppelung der Investitionsmittel bis auf 50 Mio. € im Jahr 2010 für die flächenhafte Sanierung geplant.

In Margaretenhöhe (Lichtenberg-Hohenschönhausen) entstand 2005 als Pilotvorhaben eine dezentrale Abwasserreinigungsanlage mit hochwirksamer Membrantechnologie, die die Berliner Ablaufgrenzwerte deutlich unterbietet.

Rohrbruchquote schon wieder gesunken

Die Strategie vorausschauender Investitionen und Instandhaltung im 7.843 km langen Rohrnetz schlug sich erneut und deutlich nieder. Nachdem bereits 2004 rund 16 % weniger Rohrschäden behoben werden mussten, sank dieser Wert 2005 nochmals um
8 % auf 883. Darüber hinaus wurde 2005 eine Initiative zur Auswechslung der heute noch ca. 19.000 alten Hausanschlussleitungen aus Blei gestartet. Mit Investitionen von bis zu 10 Mio. € wird in den kommenden Jahren straßenzugsweise vorgegangen. Ende dieses Jahres werden etwa 20 % des Berliner Stadtgebietes bleifrei sein.

Bis Ende dieses Jahrzehnts bauen die Berliner Wasserbetriebe zehn Bodenfilter für die Klärung verschmutzten Regenwassers von Straßen. Die ersten beiden wurden 2004 und 2005 in Biesdorf und Adlershof übergeben. Im September 2005 und im April 2006 war der Baustart für den dritten und vierten Filter am Halensee und in Blankenburg.

Neue Imagekampagne zum 150. Jubiläum

Ungeachtet der gestiegenen Wasser- und Abwassertarife haben sich die Image-Werte der Berliner Wasserbetriebe auf einem guten Niveau stabilisiert. Rund 60.000 Besucher in den Anlagen, Werken und im Wasser-Museum, hunderttausende Kontakte an der Wasserbar bei Veranstaltungen in der Stadt, die Imagekampagne sowie die interne Offensive für besseren Service stehen für eine Intensivierung der Kundenfreundlichkeit. Die dabei vermittelten Leistungen des Unternehmens werden von den Berlinern honoriert. In diesem Jahr verweist eine im Mai gestartete neue Kampagne unter dem Slogan "Herzlichen Gluckwunsch" auf das 150. Jubiläum der Berliner Wasserversorgung.