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04.04.2008

Regenwasserbehandlung entlastet den Fennsee

Lamellenfilter wird in unterirdisches Bauwerk eingebunden

Der Fennsee im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf im Dreieck zwischen der Stadtautobahn sowie der Brandenburgischen und der Berliner Straße wurde 1903 in der eiszeitlichen Rinne künstlich als Regenrückhaltebecken angelegt. Er speichert bis zu 68.000 m³ Regenwasser und hat ein Einzugsgebiet für knapp 200 ha Straßen und Teile der Stadtautobahn. Als Teil des Volksparks Wilmersdorf hat der Fennsee zudem eine wichtige Funktion für die Naherholung im innerstädtischen Bereich, die jedoch durch die schlechte Gewässerqualität inzwischen vor allem im Sommer beeinträchtigt ist. Denn mit dem Regenwasser werden Schmutz und Laub und damit Nährstoffe in den See gespült, die im Wasser zu einem Sauerstoffmangel, schlechtem Geruch und auch zu Fischsterben führen. Über die Jahrzehnte hat sich eine starke und schadstoffreiche Schlammschicht aufgebaut.

Um die Gewässergüte dauerhaft zu verbessern, muss der Nährstoffeintrag wesentlich reduziert werden. Eine unterirdische Grobfilteranlage in der Wallenbergstraße wird durch den Einbau eines Partikelabscheiders (Lamellenfilter) in ihrer Reinigungsleistung deutlich verbessert. Die Anlage ist 95 m lang, 6 m breit und mehr als 5 m hoch. Die Bausubstanz weist keine Mängel auf und soll für den Lamellenfilter als Bauhülle verwendet werden. Das Bauwerk ist zurzeit komplett entkernt.

Der geplante Partikelabscheider ermöglicht die Behandlung eines Wasserdurchflusses von 1500 l/s. Es können über 80% des jährlichen Regenabflusses gereinigt werden. Die Lamellenstruktur ist so ausgelegt, dass sich die Lamellen ohne Fremdenergie entsprechend dem Füllstand in einem bestimmten Winkel neigen. Während das Wasser an den Lamellen entlang strömt setzen sich Schmutzpartikel daran ab. Nach dem Regen fallen die Lamellen in die senkrechte Position und der anhaftende Schlamm rutscht von den Lamellen auf den Boden. Anschließend werden die abgelagerten Stoffe in die Schmutzwasserkanalisation gespült. Die Anlage funktioniert vollautomatisch und ist wartungsarm.