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21.07.2015

Mit Öko-Strom zum Smart-Mieter werden

Berliner Stadtwerke und Wohnungsgesellschaften starten Solarprojekte/ Mieterstrom-Modell: Vorteil aus Erzeugung und Nutzung am selben Ort

Die Berliner Stadtwerke und die GESOBAU sowie die STADT UND LAND haben so ge­nannte Mieterstrom-Projekte zur standortgleichen Erzeugung und Nutzung von Ökostrom vereinbart. Baustart für die ersten Vorhaben der Tochtergesellschaft der Berliner Wasserbe­triebe und der großen städtischen Wohnungsbaugesellschaften ist noch im August.

So entsteht bis zum Oktober mit der GESOBAU AG auf dem Dach eines Mietshauses an der Pankower Rolandstraße eine 800 m²-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 100 kWp, deren Strom den dortigen Mietern zugutekommt. Ebenfalls im Herbst wird auf Dächern der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH im Hellersdorfer Rathausviertel eine 4.500 m² große Sonnenstromanlage installiert, die 561 kWp leisten kann.

Darüber hinaus wurden mit beiden Gesellschaften je zwei Folgeprojekte in Wedding, Pan­kow, Lichtenrade und Baumschulenweg vereinbart. Im Ergebnis wollen die Berliner Stadt­werke in den kommenden anderthalb Jahren 18.100 m² Kollektorfläche mit einer Gesamt­leistung von 2.253 kWp auf den Dächern von GESOBAU und STADT UND LAND errichten. Die drei landeseigenen Gesellschaften gehen damit gemeinsame Schritte zur Erreichung der Berliner Klima-Ziele, denn der jetzt fixierte Anlagenpark erspart pro Jahr der Berliner Luft einen CO2-Ausstoß von 1.088 Tonnen.

Beim Mieterstrom-Modell der Berliner Stadtwerke GmbH wird die Energie direkt auf dem Dach eines Wohnhauses erzeugt und ohne den Umweg über die Übertragungsnetze direkt vor Ort genutzt. Die Wohnungsbaugesellschaften stellen die Dachflächen bereit, die Stadt­werke bauen die Photovoltaikanlage und gewinnen den für die Vollversorgung notwendigen Grün-Strom durch Zukauf bzw. mit Anlagen an anderer Stelle. Das Mieterstrom-Modell funk­tioniert unabhängig vom Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), da es nicht auf der Höhe ei­nes bestimmten Netzeinspeiseentgelts basiert. Der Vorteil für die Mieter liegt neben der Klimabilanz ihres Stroms auch in dessen Preis, der unter dem Basistarif des Berliner Grund­versorgers liegen und sich im mittleren Preissegment des „grünen Stroms“ befinden wird.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit der GESOBAU und der STADT UND LAND zwei große Berliner Wohnungsbaugesellschaften als Partner für unsere ersten Mieterstrom-Projekte gewinnen konnten“, betont Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Stadt­werke-Muttergesell­schaft Berliner Wasserbetriebe. „Für uns ist neben dem konkurrenzfähi­gen Preis für nach­haltigen Strom auch die autarke Erzeugung auf dem eigenen Wohnhausdach wichtig, die einen besonderen Anreiz für die Bewohner darstellt“, sagt GESOBAU-Vorstandsvorsitzender Jörg Franzen. Für die STADT UND LAND ist dies bereits das zweite Mieterstrom-Projekt. Geschäftsführer Ingo Malter: „Aus Erfahrung wissen wir, dass unsere Mieter diese intelli­gente Energieversorgung aus finanziellen und ökologischen Gründen attraktiv finden und gerne nutzen, auch die Qualität des Wohnstandortes wird gesteigert.“

Die Berliner Stadtwerke GmbH (www.berlinerstadtwerke.de) wurden 2014 als 100-prozentige Tochter der Berliner Wasserbetriebe gegründet. Das Unternehmen investiert in den Aufbau von Solar-, Wind­kraft- und Blockheizkraftwerks-Anlagen zur dezentralen Produktion erneu­erbarer Energien.