Kunststoff begleitet unser Leben – ob als Einkaufstüte, im Duschpeeling oder als Autoreifen. Allein in der Europäischen Union werden jährlich mehr als 25 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt. Die vielen Alltagsbegleiter enthalten oder zersetzen sich zu Mikroplastik, das sind kleinste Plastikpartikel. Das Berliner Trinkwasser ist frei davon. Doch im Abwasser sind diese Mikrometer großen Teilchen zunehmend nachweisbar.

Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik bezeichnet man Plastikpartikel, die zwischen 0,1 und 100 Mikrometer groß sind. Umgerechnet entspricht das einem Zehntausendstel bzw. einem Zehntel Millimeter.

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Mikroplastik: primäres und sekundäres. Primäres Mikroplastik ist feines Plastikgranulat, sogenannte Kunststoffpellets. Sie befinden sich oft in Kosmetikprodukten, wie Peelings oder Shampoos. Sekundäres Mikroplastik entsteht durch den Zerfall oder die Zerreibung von größeren Plastikgebilden, wie Tüten. Die Plastikteile, die dabei entstehen, werden nicht abgebaut, sondern zerfallen in immer kleinere Teilchen.

Ein eindeutiges Messverfahren gibt es für Mikroplastik derzeit noch nicht. Deshalb arbeiten wir mit dem Bundesministerium für Forschung und Entwicklung und anderen Partnern in verschiedenen Forschungsvorhaben zusammen, um ein geeignetes Verfahren zu erarbeiten.

Wir gewinnen das Berliner Trinkwasser aus tiefen Grundwasserschichten. Bis es dorthin versickert, passiert es dicke Bodenschichten, die als natürliche Filter fungieren. Sie sind auch für Mikroplastik undurchdringbar. Unser Trinkwasser ist daher frei von Mikroplastik.

Dr. Uta Böckelman, Leiterin des Labors