Lehren in Zeiten von Corona

Bernhard Slotta ist Ausbilder für Anlagenmechaniker:innen und berichtet über die herausfordernden Zeiten in der Ausbildung.

+++ 4.40 Uhr +++
Wenn Bernhard Slotta frühmorgens auf seinem Fahrrad zur Arbeit fährt, ist es meist noch dunkel und die Straßen sind leer. Die 20 Kilometer von Lichtenrade nach Lichtenberg sind lang, aber die gemütliche Stunde Sport gönnt er sich, das hält fit und ist gesund.

+++ 6.00 Uhr +++
Kurz vor sechs ist Bernhard Slotta frisch geduscht und umgezogen. Unter freiem Himmel und mit reichlich Abstand bespricht er als Erstes gemeinsam mit seinen Ausbilderkollegen bei einem Kaffee den Tagesablauf. Gerade jetzt in Corona-Zeiten sind alle auf die gegenseitige Hilfe angewiesen, da pro Ausbilder nur sechs Azubis vor Ort betreut werden dürfen. Diese Kompromisslösung ist nötig, damit den Auszubildenden die wichtige Praxis auch sicher vermittelt werden kann.

+++ 6.30 Uhr +++
Die Azubis erscheinen umgezogen am Arbeitsplatz; es kann losgehen! Heute steht die Kupferrohrausbildung auf der Tagesordnung. Durch den Wechsel zwischen Praxis im Ausbildungszentrum und Homeoffice haben die Azubis das Übungsheft zum Thema schon durchgearbeitet und sollten die Grundlagen bereits verinnerlicht haben. Bernhard Slotta fragt sie nach einer kurzen Einweisung in das Thema ab und überprüft ihren Wissensstand.

+++7.30 Uhr +++
Nun beginnt die Praxis, also die Arbeit am und mit dem Kupferrohr. Zunächst üben die Azubis das Schneiden von Kupferrohr und das Vorbereiten einer Lötstelle, um dann eine Lötstellenverbindung herzustellen. Ziel desTages ist eine kleine Kupferrohrinstallation, die im Anschluss mit einem Druck von 15 Bar auf ihre Dichtigkeit geprüft wird.

+++ 9.30 Uhr +++
Frühstück. Da die Kantine coronabedingt geschlossen hat, versorgen sich alleselbst, Bernhard Slotta sowieso.

+++ 11.00 Uhr +++
Wenn er etwas Zeit hat, schaut Bernhard Slotta ein paar Bewerbungsunterlagen durch, denn bald finden schon wieder Bewerbungsgespräche statt. Acht Ausbildungsplätze für Anlagenmechaniker:innen gilt es zu besetzen. Zu den acht Azubis kommen noch drei aus der Einstiegsqualifizierung, sodass Bernhard Slotta im Herbst dann elf neue Auszubildende hat.

+++ 13.00 Uhr +++
Nach der Mittagspause wird gerechnet. Bernhard Slotta zeigt, wie die gestreckte Länge des Rohrs einer technischen Zeichnung berechnet wird. Auch das gehört zum Handwerk.

+++ 14.00 Uhr +++
Zum Feierabend wird der Arbeitsplatz aufgeräum; Bernhard Slotta kontrolliert die Sorgfalt seiner Schützlinge. Ist alles tipptopp, sollen die Azubis sich noch Notizen für ihren Ausbildungsnachweis machen, danach schickt er sie duschen und in den Feierabend.

+++ 14.30 Uhr +++
Nun, wo er etwas Ruhe hat, hält Bernhard Slotta noch ein paar Stichpunkte zu seinen Auszubildenden fest. Das ist nötig, damit er später alle fair bewerten kann. Anschließend überlegt er sich einige Fachfragen, die er seinen Azubis am nächsten Morgen stellen kann.

+++ 15.30 Uhr +++
Feierabend!